Rheinberg: Vergangenes hat Zukunft

Rheinberg: Vergangenes hat Zukunft

Auch das Rheinberger Stadtarchiv beteiligt sich am "Tag der Archive". Die Einrichtung in der Alten Kellnerei am Innenwall ist am Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet und bietet mehrere Programmpunkte.

Das Interesse an der Vergangenheit wächst. Und ganz speziell auch das an Archiven. Möglicherweise ist vielen Menschen erst durch den tragischen Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor einem Jahr bewusst geworden, welche Bedeutung diese Orte zur Aufbewahrung der Vergangenheit haben.

Sabine Sweetsir, die Rheinberger Stadtarchivarin, hat bereits vor zwei Jahren beim letzten Tag der Archive zu spüren bekommen, dass ihre Arbeit in der Alten Kellnerei am Innenwall 104 in der Öffentlichkeit durchaus wahrgenommen wird: Mehr als 150 Besucher kamen damals in die Einrichtung. Und am Sonntag, 7. März,von 11 bis 16 Uhr, dürften es wohl noch mehr werden. Denn das Programm verspricht eine Menge.

Wichtig zu wissen: Es müssen nicht alle Besucher gleich zu Beginn kommen – abgesehen von einem Vortrag, den Sybille Reintges um 14.30 Uhr im Veranstaltungssaal der Alten Kellnerei zur Geschichte des Ortsteils Winterswick hält, kann man an diesem Tag alles zu jeder Zeit erleben und erfahren.

Dem Verborgenen auf der Spur

Spannend ist, was Dirk Vollmer unter dem Motto "Dem Verborgenen auf der Spur" bietet. Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde gewährt Einblicke in die Verkartung der Kirchenbücher und Standesamtsregister von Rheinberg und Umgebung. Er kann z.B. gute Tipps geben, wie man die eigene Familiengeschichte erforscht. Vollmer plant ein übergeordnetes Familienbuch – ein Buch in dem sich Stammbäume kreuzen.

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Sabine Sweetsir: "Wir haben inzwischen sämtliche Geburtsurkunden Rheinberger Familien aus dem 19. Jahrhundert, die bisher im Standesamt lagerten, hier im Stadtarchiv. Bei uns können sie auch eingesehen werden.

Das wird am Sonntag wegen des zu erwartenden Andrangs allerdings nicht möglich sein." Exemplarisch wird man sich am Sonntag eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Rheinberger Familie Lewen anschauen können, die am Fischmarkt (heute Foto Brell) eine Drogerie hatte und u.a. eine spezielle Heilsalbe herstellte. Dank des Rheinberger Heimatforschers Paul Feltes seien Teile des Familiennachlasses ins Archiv gekommen, berichtet Sabine Sweetsir: "Beispielsweise alte Postkarten, auf denen sich Kunden zu der guten Wirkung der Heilsalbe äußern und sich dafür bedanken."

Porzellan und Sammlerstücke

Monika Hildner schließlich bietet am Sonntag "Alte Schätzchen" in Form von Porzellan und Sammlerstücken an. Neben diesen Programmpunkten bietet der Tag der Archive allen Interessierten die Möglichkeit, das Stadtarchiv und die Kellnerei zwanglos und ohne Zeitdruck zu besuchen und Fragen zu stellen. "Wir sind schließlich auch Dienstleister der Verwaltung", betont Sabine Sweetsir.

(RP)
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