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Rheinberg: Verdienstorden für Clemens Geßmann

Rheinberg : Verdienstorden für Clemens Geßmann

Der 51-jährige Rheinberger ist im Karneval, im Schützenverein, in der Nachbarschaft und im Martinskomitee engagiert.

So treffend und gut alle gestern am frühen Abend im Sitzungssaal des Alten Rathauses gehaltenen Reden und Lobeshymnen auf Clemens Geßmann auch waren: Hätte es jemanden im Saal gegeben, der den 51-Jährigen überhaupt nicht kennt und der hätte gerne etwas über den Menschen Clemens Geßmann erfahren, so hätte dieser Gast nur den Ausführungen des Geehrten lauschen müssen. Geßmann stand da, das Bundesverdienstkreuz prangte bereits am Revers seines Jacketts, und war ganz in seinem Element. Ein echtes Original, dieser Mann. Witzig, spontan, direkt, herzlich, auch mal bissig, hartnäckig und konsequent, oft unbequem, aber vor allem: fleißig, ehrlich, gerade heraus und voller Lebensfreude. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Er kann auch sehr ernsthaft sein, ist überlegt in seinen Handlungen, lebt in christlicher und sozialer Verantwortung und ist ganz nebenbei ein erfolgreicher Unternehmer und in allererster Linie ein überzeugter Familienmensch.

Dass Clemens Geßmann das Bundesverdienstkreuz aus den Händen des stellvertretenden Landrats des Kreises Wesel, Josef Devers (aus Orsoy) entgegennahm, "macht mich schon stolz", wie er gerne einräumte. Verändern wird ihn diese Auszeichnung ganz sicher nicht. Weil er weiß, dass solche Ehrungen immer auch stellvertretend für andere verliehen werden. So würde der Inhaber von Metallbau Geßmann an der Moerser Straße (intern nur "die Schmiede" genannt) "mindestens anderthalb Flügel" des Ehrenkreuzes seiner Frau Ute abgeben. Und sicher auch vielen anderen Freunden, Vereinskameraden und Weggefährten. Clemens Geßmann wirkt an vielen Stellen und trägt so dazu bei, dass das Leben in Rheinberg lebenswerter wird. Er ist seit 2001 Präsident des Karnevalsvereins "Rhinberkse Jonges", war Pumpenmeister der Nachbarschaft Vallan, ist mit Leib und Seele Sebastianer (also Schütze) und hat in 30 Jahren Mitgliedschaft in der "Tüko" des Martinskomitees ungefähr 66 000 Tüten gefüllt, wie Komitee-Präsident Peter Maaß ausgerechnet hat. Reihte man alle diese Tüten aneinander, so reichten sie von St. Peter in Rheinberg bis St. Viktor in Xanten. Ach so, bitte nicht vergessen: Feuerwehrmann ist Clemens Geßmann auch noch.

Beruflich hat der dritte von vier Brüdern zunächst Elektriker, später Schlosser (er ist auch Meister und Schweißfachmann) gelernt und hat den elterlichen Betrieb von Vater Theo Geßmann übernommen. In der Meisterteam-Verbundgruppe (ein Zusammenschluss besonders leistungsfähiger mittelständischer Handwerksbetriebe) war er zeitweise stellvertretener Aufsichtsratsvorsitzender.

Der Name Geßmann stehe in Rheinberg für Tradition, unterstrich Josef Devers in seiner Laudatio. Bei aller Sachlichkeit sei ihm die Kameradschaft immer sehr wichtig gewesen. Und: "Ihm liegt sehr viel daran, die Gemeinschaft mit anderen zu leben." Daraus resultiert auch eine weitere Überzeugung des neuen Bundesverdienstkreuzträgers: "Der Lohn im Ehrenamt ist nicht Geld, sondern Spaß. Und es hilft, Menschen zu mögen."

(RP)