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Veener Vfl-Fanclub lädt 45 Ukrainer zum Spiel ihrer National-Elf ein

Aktion für Flüchtlinge in Alpen und Sonsbeck : Borussia-Fans aus Veen beim Ukraine-Spiel zu Tränen gerührt

Der VfL-Fanclub 83 hat 45 Kriegsflüchtlingen den Besuch des Länderspiels ihrer Nationalmannschaft spendiert. Ein bewegendes Erlebnis, nicht nur für die Geflüchteten.

Der VfL-Fanclub ist da, wenn im Mönchengladbacher Borussia-Park der Ball rollt. Seit fast 40 Jahren. Auch am Mittwochabend, als die Fohlen-Elf von Adi Hütter im Freundschaftsspiel auf die National-Mannschaft der Ukraine traf. 14 Veener waren bei der 1:2 (1:1)-Niederlage der Gastgeber unter den 20.223 Zuschauern.

Ein unvergesslicher Abend für die Fans aus dem Krähendorf. Das lag vor allem an denen, die sie zum „Kick der Solidarität“ mitgenommen hatten. Im Bus saßen 45 Ukrainer, meist Frauen und Kinder, die in Alpen und Sonsbeck Schutz vor dem Krieg in der Heimat gefunden haben und denen der Klub um Präsident Josef Holland Tickets und Busfahrt spendiert hatte. So, wie er es auch mal für syrische Flüchtlinge gemacht hatte. Es war ein „beeindruckendes Erlebnis“, sagte Holland am Morgen danach im Gespräch mit der Redaktion. Die Kinder hätten blau-gelbe Fähnchen dabei gehabt, Frauen Perücken in den ukrainischen Landesfarben getragen. Überhaupt seien Frauen im Borussia-Park eine deutliche Übermacht gewesen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt der Borussen-Fan, der in dieser Saison nicht so häufig jubeln durfte wie erhofft. „Die Stimmung auf den Rängen war prima.“ Und als die Sängerin vorm Anpfiff die ukrainische Nationalhymne angestimmt habe, da seien auch ihm wie vielen um ihn herum „Tränen in die Augen geschossen“.

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Es sei berührend gewesen zu sehen, wie Kinder und Frauen mit ihren Smartphones Bilder und Textnachrichten in die Heimat geschickt hätten zu den Vätern und Männern. Rudi Sauerländer vom Klub-Vorstand sei es gelungen, alle, die in Sonsbeck und Alpen in den Bus gestiegen seien, auf der Gegengeraden zusammen zu platzieren. „Ein starker Block.“

Das Ergebnis spielte eine untergeordnete Rolle. Für die Mannschaft der Ukraine war‘s ein Test fürs Play-off-Match um die WM-Fahrkarte gegen Schottland. Holland und seine Freunde waren vor allem angetan von der Nummer 17, einem „quirligen Stürmer“. Mykhayolo Mudry, das wär‘ einer für die Fohlen. Aber viel wichtiger war das Signal, das von den Rängen ausging. Unterm Strich blieb eine hohe sechsstellige Summe, die Borussia spenden will.

Der Fan-Club aus Veen sitzt am Samstag wieder im Stadion zum Saison-Ausklang gegen die TSG Hoffenheim. Nach dem Spiel geht‘s weiter ins Feierlager, egal wie‘s ausgeht.

(bp)