Veen: Eine Info-Tafel erinnert in Wort und Bild an die alte Molkerei

Heimatgeschichte in Veen : Wo einst „gute Butter“ gemacht wurde

Der Geschichtsverein erinnert mit einer Info-Tafel an die ehemalige Molkerei in Veen. Es ist bereits die vierte ihrer Art. Weitere sollen folgen.

Der Verein Haus der Geschichte in Veen hat erneut eine Info-Tafel aufgestellt, die die Erinnerung an ein altes markantes Gebäude wachhält, das den Ort in besonderer Weise geprägt hat. Somit wird auch an die Geschichte des alten, stark landwirtschaftlich geprägten Krähendorfes erinnert. Denn auch das hat sich in den zurückliegenden Jahren stark verändert Diesmal geht’s um die alte Molkerei.

Wilfried Fürtjes, Heinrich Henrichs und Heinz van Meegeren vom Geschichtsverein haben eine Tafel an der Dorfstraße gegenüber den Werkstätten der Lebenshilfe platziert. Sie liefert historische Bilder vom täglichen Leben an der Genossenschaft und einen erklärenden Text über das historische Gebäude an der Ecke Veener Straße/Wolfhagenstraße.

Früher standen noch nicht so viele Kühe in den Ställen auf den Höfen. Somit war im Vergleich zu heute auch nicht so viel Milch da. Ein großer Anteil davon wurde an die Jungtiere verfüttert oder im Haushalt der bäuerlichen Familie verbraucht. Überschüssige Milch wurde zu Butter oder Käse verarbeitet und anschließend auf Wochenmärkten verkauft. Doch als der „Milchstrom“ stärker wurde, wuchs der Bedarf nach neuen Verfahren, um die täglich anfallende Milch besser nutzen und verwerten zu können.

So schlossen sich „24 tatkräftige Bauern“, wie es auf der Tafel heißt, in Veen am 30. Juli 1891 zur Molkerei-Genossenschaft zusammen. Aus dieser Zeit stammt auch das Molkerei-Gebäude, zu dem zeitweise auch eine Mühle gehört hat. Die Molkerei verkaufte Frischmilch, aber auch Veredelungsprodukte wie Deutsche Markenbutter – im Volksmund auch als „gute Butter“ geschätzt. Später gab’s auch Käse „nach Holländer Art“ sowie Tisch- und Brotkäse.

Am 1. August 1963 kam es schließlich zu einer folgenreichen Fusion. Die kleine Molkerei in Veen verschmolz mit der Genossenschaft in Xanten. Das hatte zur Folge, dass die Produktion im Krähendorf stillgelegt wurde. Das dann leerstehende Gebäude in Veen wurde an eine Familie aus dem Ort verkauft und Mitte der 60er Jahre an die Haake-Beck-Brauerei in Bremen verpachtet. Bis Ende der 70er Jahre wurde die ehemalige Molkerei als Getränkevertrieb genutzt, bis das Gebäude an einen Geschäftsmann aus Walsum verkauft und komplett zu Wohnzwecken umgebaut wurde.

Die Infotafel an der ehemaligen Molkerei ist bereits die vierte, die der Förderverein in Veen aufgestellt hat. Zuletzt hatten die Heimatfreunde eine Tafel an der alten Schule und eine am restaurierten Findling sowie an der historischen Pumpe angebracht, um die dörfliche Vergangenheit auch außerhalb des Veener Museums in lebendiger Erinnerung zu halten. Weitere Info-Tafeln sollen folgen.

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