1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

VdK Niederrhein kritisiert Stopersteine für Über-80-Jährige beim Impfen

Impfen am Niederrhein : VDK kritisiert Hürden auf dem Weg zur Impfung

Horst Vöge, Vorsitzender des VDK Niederrhein, fordert Politik und Verwaltungen auf, Hürden zu beseitigen, die Über-80-Jährigen den Weg ins Impfzentrum fast unmöglich machen.

Seit Beginn der vorigen Woche verzeichnet der VDK-Kreisverband Niederrhein mit Sitz in Rheinberg einen massiven Anstieg der Anfragen bezüglich der bevorstehenden Impfungen. Vor allem die Über-80-Jährigen beziehungsweise ihre Angehörigen kämen mit der Terminvergabe für die Impfungen nicht zurecht, so VDK-Kreisvorsitzender Horst Vöge. Viele der Anrufer berichteten, sofern sie denn bei der Terminvergabe erfolgreich waren, von körperlichen Einschränkungen, die sie daran hinderten, zu ihren jeweiligen Impfzentren am Niederrhein zu kommen.

„Gerade auf dem Land, wo große Teile der Über-80-Jährigen leben, ist der Weg zum Impfzentrum für die meisten viel zu weit und der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) lückenhaft“, so Vöge. Viele seien auch durch körperliche Einschränkungen überhaupt nicht in der Lage, längere Strecken zu fahren.

Aber auch in der Stadt mit einem stabilen ÖPNV seien viele Ältere überfordert. Hinzu komme hier die besondere Ansteckungsgefahr für Risikogruppen, so der VDK-Funktionär. Im Kreis Wesel leben wie in der Stadt Duisburg jeweils rund 34.000 Menschen jenseits der 80, im Kreis Kleve sind’s rund 20.000 Über-80-Jährige.

Horst Vöge sagt daher, dass insbesondere Impfberechtigten mit gesundheitlichen und körperlichen Einschränkungen „die alleinige Selbstverantwortung nicht aufgebürdet“ werden dürfe. „Statt sich nur auf nachbarschaftliche oder verwandtschaftliche Hilfe zu verlassen oder nach Wohlfahrtsverbänden zu rufen, müssen Politik und Verwaltung verstärkt mobile Angebote vorbereiten“, fordert Vöge.

Auch die Einbeziehung von Hausärzten solle möglich gemacht werden. Leider sei die Vorbereitungszeit im Sommer und Herbst nicht ausreichend genutzt worden, so Vöge: „So müssen jetzt noch einige Stolpersteine für besonders betroffene Risikogruppen aus dem Weg geräumt werden.“

(RP)