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Unsere Autoren zur Radwegemarkierung in Rheinberg

Unsere Woche : Unsere Autoren über die Radwegemarkierung in Rheinberg

Auf der Xantener und auf der Wallacher Straße siganlisieren gestrichelte Linien den Autofahrern, dass dort Fahrradfahrer unterwegs sein könnten. Unsere Autoren sind geteilter Meinung, ob die Linien eine gute Idee sind.

Etwas mehr Sicherheit

Als Rheinberger bin ich viel mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Mitunter aber auch mit dem Auto. Ich kenne also beide Seiten. Zu der vom Bundesverwaltungsgericht beschlossenen Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht habe ich keine Meinung. Ich werde auch weiterhin auf Radwegen fahren, so sie denn vorhanden sind.

Dass die Stadt nun auf der Xantener und auf der Wallacher Straße gestrichelte Linien aufgemalt hat, finde ich gut. Denn sie signalisieren den Autofahrern: Vorsicht, da könnte ein Radfahrer unterwegs sein. Wer sich dafür entscheidet, die Fahrbahn zu benutzen, darf also auf etwas Rücksichtnahme hoffen.

Auf dem Innenwall gibt es die gestrichelten Linien ja bereits seit Jahren. Die Situation ist dort eine andere – es gibt dort keine „richtigen“ Radwege. Wann immer ich dort fahre, erlebe ich Autofahrer, die entweder langsam hinter mir herfahren oder mich sehr vorsichtig überholen. Als Autofahrer denke ich stets: Radfahrer sollten Vorrang haben, sie schonen schließlich die Umwelt und tun was für ihre Gesundheit. Also trete ich aufs Gaspedal.

Dass über die gestrichelten Linien geschimpft wird, kann ich nicht verstehen. Was wäre die Alternative gewesen? Allerdings hätte die Stadt die Linien handwerklich sauberer umsetzen können. Und: Der Ausbau von Radwegen sollten unbedingt vorangehen!

Uwe Plien

Kompletter Unsinn

Wer erstmals von Norden aus in Rheinberg einfährt, reibt sich verwundert die Augen. Straßenmalerei auf der Xantener Straße. Fragen über Fragen: Was soll das denn? Was mag sich der Meister nur bei diesen Stricheleien auf dem grauen Asphalt gedacht haben?

Wenn Zeichen im Straßenverkehr Sinn ergeben, sollten sie klar sein und leicht verständlich. Sonst hält sich nicht jeder dran, und es kommt leicht zu Komplikationen. Erst auf den dritten Blick erschließt sich: Die Striche sollen die Spur vorzeichnen, die dem Radler zur Verfügung steht, der von seinem Recht Gebrauch machen möchte, auf der Fahrbahn zu rollen, die nicht mehr allein dem motorisierten Verkehr vorbehalten ist.

Vor allem da, wo die unterbrochenen Linien an Park- oder Busbuchten vorbeiführen, wird die Fahrbahn eng. Spätestens da muss der Autofahrer seine anfängliche Scheu überwinden, die Linien zu überfahren, die’s sonst nirgends gibt. Vielleicht hat der Maler deshalb versäumt, auch in Gegenrichtung überall Striche zu pinseln. Das hätte die Konfusion komplett gemacht.

Da seit vielen Jahren ein gesonderter Radweg existiert, der als Angebot bestehen bleibt, sind Radler auf der Straße eine Rarität. Auch sie trauen dem Braten offenbar nicht. Nach längerem Nachdenken bleibt nur ein Schluss: Der Straßenmaler traut dem Gesetzgeber nicht über den Weg, der Radlern die Straße frei macht. Er möchte ihn schützend einzäunen. Kompletter Unsinn.

Bernfried Paus