1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Ulli Weyhofen führt jetzt den Schlosskapellenverein

Rheinberg : Ulli Weyhofen führt jetzt den Schlosskapellenverein

Der Verein zur Erhaltung der Ossenberger Schlosskapelle hat einen neuen Vorsitzenden. Ulli Weyhofen wurde bei der Jahreshauptversammlung einstimmig zum Nachfolger von Klaus Helmes gewählt. Seine Amtszeit dauert zwei Jahre. Der 74-jährige Helmes stand dem Verein seit der Gründung vor 21 Jahren vor und trat auf eigenen Wunsch nicht mehr an. "Ich wollte das Amt rechtzeitig in jüngere Hände legen", so Helmes, der hinzufügt: "Ich habe das Amt unwahrscheinlich gerne ausgeübt."

Uli Weyhofen (55) ist Ossenberger durch und durch und gehört dem Verein seit 18 Jahren an. Seit zwölf Jahren wirkte er als Beisitzer im erweiterten Vorstand. Der Ingenieur für Versorgungstechnik ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er arbeitet beim Land NRW. "Ich gehöre zu der Generation von Ossenbergern, die die Schlosskapelle aus ihrer Kindheit und Jugend nur als Ruine kennen", so der neue Vorsitzende. "Ich möchte mich dafür einsetzen, dass dieses wundervolle Kleinod, das wir hier haben, im Ort verankert wird. Und ich möchte die Verdienste der Vereinsgründergeneration würdigen. Ihre gute Idee muss weiterleben." Als vorrangiges Ziel sieht er es an, kulturelles und geistliches Leben in die Schlosskapelle zu bringen.

Die Schlosskapelle ist ein "Simultaneum" - ein Gotteshaus, das von zwei Konfessionen (der evangelischen und der katholischen Kirche) für Gottesdienste genutzt wird. "Es ist das einzige Simultaneum am Niederrhein, die einzige vergleichbare Kirche in NRW ist der Altenberger Dom", sagt Weyhofen.

Der Ossenberger Schlosskapellenverein mit heute rund 140 Mitgliedern wurde 1994 gegründet. "Zwei Jahre zuvor war die Herzogen-Familie von Urach ins Ossenberger Schloss gezogen", erinnert sich Klaus Helmes. "Man kam schnell ins Gespräch und wurde sich einig." Der Verein übernahm die Kapelle für zunächst 50 Jahre in Erbpacht mit der Option, 20 weitere Jahre anzuhängen.

Die Arbeiten an der Kapelle, die um 1150 erstmals urkundlich erwähnt wurde, begannen im Mai 1999 und waren zwei Jahre später abgeschlossen. Fast alles wurde erneuert: Dachstuhl und Dach, das Mauerwerk wurde außen neu verfugt und innen verputzt, das Mobiliar und der Altar wurden aufgearbeitet. Fast täglich arbeiteten rund 25 Ehrenamtliche mit. Architekt Markus Kasuch hatte die Kosten auf 800 000 Mark geschätzt, durch die Muskelhypothek reichte die Hälfte. Das Geld kam aus Denkmalschutzmitteln, Sponsorengeldern und Mitgliedsbeiträgen zusammen. Als nächstes soll ein neue Heizung eingebaut werden.

Eine von Klaus Helmes eingeführte Tradition möchte Ulli Weyhofen gerne weiterführen. Helmes: "Einmal im Jahr übergebe ich der Herzogin einen Euro - das ist die symbolische Pacht, die wir für die Kapelle bezahlen müssen."

(RP)