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TriArtlon: Drei Künstler stellen gemeinsam im Rheinberger Stadthaus aus

Bildende Kunst in Rheinberg : Künstlerische Zufallsbekanntschaft

Claudia van Bebber, Markus Persing und Nadine Balzani stellen unter dem Titel „Triartlon“ noch bis Mitte Dezember gemeinsam im Rheinberger Stadthaus aus. Jede und jeder von ihnen hat eine ganz eigene Kunstsprache.

„Oft entsteht die Schönheit der Kunst durch die Zufälligkeit des Moments. Genauso haben wir uns gefunden“, sagen Claudia van Bebber, Nadine Balzani und Markus Persing. Obwohl oder gerade weil die drei Künstler unterschiedlicher kaum sein könnten, ist ihre gemeinsame Ausstellung unter dem Titel „Triartlon“ im Foyer des Stadthauses ein krönender Jahresabschluss der Kunstreihe.

Interessant wird es immer dann, wenn Künstler eigene Ausdrucksformen entwickeln und ihre Kreativität gewohnte Pfade verlässt. Markus Persing etwa schafft Bilder voller Strukturen, deren wahre Bedeutung sich erst dann eröffnet, wenn man sie sanft mit den Fingern berührt. „Ich mag es, wenn man meine Bilder anfasst. Kunst ist nicht nur zum Ansehen da.“ Ausgangsstoff seiner Werke ist Marmormehl, das er mit Pigmenten zu einer Masse verrührt und dann auf die Leinwand bringt. „Diese Bilder haben noch nie Farbe gesehen“, erzählt der Weseler, der immer erst ein Thema im Hinterkopf haben muss, bevor er sich an die Leinwand begibt. So auch bei der „Frau im Regen“, die beim Betrachter ein Gefühl von Leichtigkeit und Entspanntheit hervorrufen soll.

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Einen ungewöhnlichen Ansatz verfolgt auch Nadine Balzani. Die gebürtige Französin hat ihre Kindheit im Ruhrgebiet erlebt. In vielen ihrer Bilder widmet sie sich auf raffinierte Weise dem Strukturwandel im Revier. Fördertürme vor leuchtend orange-rotem Hintergrund erhalten ihre Struktur durch aufgeklebte und übermalte Computer-Bauteile wie Platinen oder Speicherchips. „Die Computerwelt hat die Zechenwelt längst überholt. Das möchte ich damit zum Ausdruck bringen“, erklärt die Wahl-Moerserin.

Mit ihrem ausschließlich in Grautönen erstellten Bild „Eiszeit“ möchte Balzani an den Klimawandel erinnern. Darstellungen von der Unendlichkeit des Alls mahnen zu Demut, Und manchmal legt sie es bewusst darauf an, dass der Betrachter zur Interpretation gezwungen wird. Das ist der Fall bei einem Bild ohne Titel, auf dem sich eine Maske befindet, darunter der übermalte Inhalt einer elektronischen Geburtstagskarte, aus dem auf Knopfdruck ein Liedchen ertönt. Gedankenspiele sind ausdrücklich erwünscht, verrät die Künstlerin: „In der Kunst geht die Fantasie auf Reisen.“

Bei Claudia van Bebber entsteht die Kunst auf Reisen. Wenn sie durch kleine Gassen italienischer Städte schlendert oder am Strand auf Föhr flaniert, hat sie stets ihr Malbesteck dabei. Das besteht ausschließlich aus Flachpinseln, weil sich damit keine feinen Strukturen herausarbeiten lassen. „Ich neige zur Detailverliebtheit. Damit kann ich das nicht und ich reduziere das Motiv auf das Wesentliche“, lautet die Erklärung der gebürtigen Berlinerin, die im kommenden Monat nach Rheinberg ziehen möchte.

In ihrer Kunst ist die Aquarell-Liebhaberin meist darum bemüht, eine Botschaft herüberzubringen: die Bewahrung der Natur. Wer ihre in leuchtenden Farben dargestellten Bilder von traumhaften Stränden, romantischen Dörfern und verwunschenen Orte sieht, dürfte Claudia van Bebbers Nachricht leicht verstehen.

(erko)