Rheinberg: Treppe und Außen-Lift für den Underberg-Turm

Rheinberg: Treppe und Außen-Lift für den Underberg-Turm

Gestern wurde die Tragfähigkeit des Erdreichs in dem Bereich untersucht, wo der Erschließungsturm für das Hotel gebaut wird.

So lange herrschte Stillstand am klotzigen Underberg-Hochhaus: Nach außen hin war jedenfalls nicht erkennbar, dass das Projekt "Hotel im Kräuterturm" irgendwelche Fortschritte machte. Das ist seit gestern anders: Mit High-Tech-Hilfe begannen die Vorarbeiten für eine wichtige Etappe auf dem Weg zur neuen Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes.

Albert Luis Ude (rechts im Bild) mit den Technikern im Messwagen. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Es war gegen 9.30 Uhr, als gestern ein gelber Lkw mit niederländischen Kennzeichen des Unternehmens Conex vorfuhr – was ausgeschrieben "Cone Exploration" bedeutet. Auf der Ladefläche ein Container mit Raupenketten-Fahrwerk – aber viel zu fahren hatte das Vehikel der Forscher gestern nicht einmal. Es ging um einen räumlich klar umgrenzten Untersuchungsbereich: die Fläche, auf der das Notfalltreppenhaus und der Außenfahrstuhl des künftigen Hotels entstehen sollen.

Diplomingenieur Albert Luis Ude (Gelsenkirchen) erläutert den Hintergrund: Tief unter dem Parkplatz vor dem Unterberg-Turm verläuft ein Verbindungstunnel, der einst aus der Fabrikation des Magenbitter-Herstellers in das große Lagergebäude führte, das früher westlich der Kamper Straße stand. Nun geht es um die Frage, wie sich die Metallkonstruktion von Treppenhaus und Aufzug dort sicher aufstellen lassen. Vor allem auch darum, wie tragfähig das Erdreich in etwa zehn Metern Tiefe ist. So weit hinab wird die Gründung nötig, weil der Turm unmittelbar nebenan zum einen einen fünf Meter tiefen Keller hat und das Fundament darunter weitere drei Meter misst.

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Das Treppenhaus und der Aufzug werden auf Betonplatten stehen, die eine enorme Last aufnehmen müssen. Bedingt durch das Antriebssystem wird der Aufzug den 56-Meter-Turm sogar noch etwas überragen. Während die Treppen nur im Notfall benutzt werden sollen, wird der Aufzug auch im Alltagsbetrieb eingesetzt und den Lift ergänzen, der innerhalb des Hochhauses fährt.

Um die Beschaffenheit des Erdreiches zu ermitteln, mussten gestern übrigens keine Gräben gezogen oder Gruben ausgehoben werden. Es reichte, jeweils einen Pflasterstein aus dem Verbund aufzunehmen an den Stellen, an denen demnächst die Gründungspfähle im Erdreich versenkt werden sollen. Mit der Kraft des großen Kompressors im Conex-Fahrzeug wurden gestern Sondierungs-Stäbe in den Boden geschoben. Gemessen wurde fortwährend. Wenn die Ergebnisse ausgewertet sind, folgt als nächster Schritt die Vorbereitung der Gründung und die Ausschreibung der Stahlbauarbeiten. Details zum Zeitablauf waren gestern kein Thema. Einen dicken Ordner mit den Konstruktionszeichnungen für den Erschließungsturm hatte Diplomingenieur Ude allerdings schon parat.

(RP)