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Tim Buschfort leitet das Amtsgericht Rheinberg

Wechsel am Gericht : Tim Buschfort leitet das Amtsgericht Rheinberg

In einer Feierstunde wurde Vorgängerin Julia Stahl verabschiedet.

Gerd Waldhausen, Präsident des Landgerichtes Kleve, brachte es gestern auf den Punkt: „Wenn das Auditorium an einem Freitagvormittag im Schöffensaal nicht dem Staatsanwalt lauscht, sondern einem Violoncello, dann ist dies ein untrügliches Zeichen, dass sich das Amtsgericht nicht im Arbeitsmodus befindet“. Genau so war es: In einer Feierstunde wurde die Direktorin Julia Stahl offiziell verabschiedet und Tim Buschfort als ihr Nachfolger begrüßt.

Stahl, die sechs Jahre lang Direktorin im Rheinberger Gericht war, ist ans Amtsgericht Moers gewechselt. Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Direktoren umliegender Amtsgerichte, Sabine Reiff als Vorsitzende des Richterrates, Schiedsleute, „die immer im Einsatz sind, aber selten genug im Rampenlicht stehen“, alle Mitarbeiter des Rheinberger Gerichtes, die Bürgermeister aus Rheinberg und Xanten, Frank Tatzel und Thomas Görtz, Wolfgang Riedel als Leiter der Polizeiwache Rheinberg, Kreisdirektor Ralf Berensmeier, Wegbegleiter und Familien von Stahl und Buschfort waren gekommen, um den Neuen kennenzulernen und ihm sowie seiner Vorgängerin das nötige Quäntchen Glück für die neuen Aufgaben zu wünschen.

Waldhausen bescheinigte beiden „das nötige Handwerkszeug, ein Amtsgericht zu leiten“. Werner Richter, Präsident des Oberlandesgerichtes (OLG) Düsseldorf, leitete seine Festrede mit einem Spruch ein, den er auf einem Schild im Flur gelesen habe: „Wer die Wahrheit wollte vergraben, müsste viele Schaufeln haben.“ Stahl, die in Hannover geboren und aufgewachsen und über Umwege vor 20 Jahren nach Krefeld gekommen sei, habe norddeutsche Gelassenheit mit niederrheinischem Humor gepaart und „dem Amtsgericht Rheinberg sehr gut getan“, lobte der OLG-Präsident.

Auch Buschfort, Bayern-Fan und Vater zweier Kinder, sei ein Nordlicht: In Lübeck aufgewachsen, machte er nach dem Abitur eine Lehre zum Bankkaufmann, danach Zivildienst in einer Einrichtung für geistig und körperlich schwerst behinderte Menschen, er war ein halbes Jahr in Nepal und Indien, hat Berge im Himalaya bestiegen, studierte Jura in Kiel und Stockholm, ehe er als Rechtsreferendar in Wuppertal, Proberichter in Krefeld und Nettetal, Richter am Landgericht und fast sechs Jahre als Direktor des Amtsgerichtes in Kempen arbeitete. Seit November ist er nun Direktor des Amtsgerichtes Rheinberg.

Auch hier hat die Digitalisierung bereits Einzug gehalten. Im Mai wird zudem mit Unterstützung des OLG das Pilotprojekt „Einführung der elektronischen Akte im Betreuungsrecht“ gestartet.