Rheinberg: Streit um Bauantrag des SV Millingen

Rheinberg: Streit um Bauantrag des SV Millingen

Der Verein hatte sich auf die finanzielle Unterstützung der Stadt verlassen - doch danach sieht es jetzt nicht mehr aus.

Clemens Brune und Rainer Lempert vom Millinger Sportverein waren bedient. Im Sportausschuss erlebten die beiden live mit, wie die Hoffnung darauf, dass ihr Projektantrag eine Chance bekommen könnte, dahinschwand. Brune hatte in einer Sitzungsunterbrechung das Wort ergriffen und die Chronologie der bisherigen Ereignisse geschildert - ohne Erfolg. Kopfschüttelnd und fassungslos verließen die beiden Vereinsfunktionäre später die Sitzung. Sie fürchten nun um den Fortbestand ihrer Jugendabteilung.

Zur Erinnerung: Der SV Millingen hatte beantragt, die Tennisplätze an der Jahnstraße (die nicht mehr benötigt werden) in Kleinspielfelder mit Kunstrasen umzuwandeln, um den Trainingsbetrieb in den Wintermonaten sicherzustellen. Dafür würden 93.000 Euro benötigt, die Stadt sollte 70.000 Euro davon tragen (als Bürgschaft). Den ersten Antrag stellte der SV bereits Mitte Oktober 2017, der wichtigere mit Projektplanung und Kostendarstellung folgte drei Monate später. Im Februar hat der SV sein Vorhaben den Fraktionen vor Ort vorgestellt. Der Tenor damals: Es muss was passieren, der Verein brauche Hilfe.

Im April, so machte es Clemens Brune deutlich, habe es ein Telefonat mit Bürgermeister Frank Tatzel gegeben, bei dem es um die Möglichkeit eines vorzeitigen Baubeginns ohne Verlust des Zuschusses gegangen sei. Man habe damals davon ausgehen können, dass dem Antrag stattgegeben werde, so dass Vorstandsmitglied.

Doch dann kam alles anders. Nach einer Sitzung der Koordinierungsgruppe für den beschlossenen "Pakt für den Sport" tagte auch der Stadtsportverband (SSV) - und der war plötzlich nicht mehr für das Projekt zu haben, und zwar mit einem Verweis auf die Inhalte und Absichten des Paktes für den Sport. Brune: "Allen Mitgliedern des Sportausschusses waren die Inhalte des Pakts für den Sport seit Dezember 2016 bekannt, bis zum 4. Juni haben alle politischen Parteien und der SSV Rheinberg dem SV Millingen versichert, dass sie unseren Antrag unterstützen. Auch die Verwaltung hat keine Bedenken geäußert. Ich überlasse es dem Ausschuss zu beurteilen, ob eine Ablehnung unseres Antrags zum heutigen Zeitpunkt noch gerechtfertigt ist und das Vertrauen der Bürger, in diesem Fall des SV Millingen, auf Versprechungen der Politiker noch einen Wert hat", sagte er.

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Ulrich Hecker, fraktionsloses Sportausschussmitglied und Vorsitzender des SSV, sieht die Probleme des SVM: "Natürlich muss mit der Anlage in Millingen etwas passieren. Sie muss komplett überarbeitet werden. Aber genau dafür haben wir den Pakt für den Sport, der die Situation aller Sportvereine beleuchtet." Das habe er auch dem 1. Vorsitzenden des SV Millingen, Ulrich Glanz, gesagt. Hecker: "Dass ich in der letzten Sportausschusssitzung gefragt habe, ob es förderschädlich sein kann, wenn man das Bauvorhaben früher angehen würden, war ein falsches Signal, das war ein Fehler. Aber es würde die Intention des Paktes für den Sport unterlaufen, wenn wir jetzt für den Antrag der Millinger stimmen würden." Nicht in Ordnung sei, dass der Bürgermeister dem Verein gegenüber telefonisch Versprechungen abgebe.

Beschlossen sei, die bisherige Praxis bis 2019 laufen zu lassen, danach könne man auf neuer Grundlage entscheiden. Das bedeute allerdings nicht, dass der Antrag der Millinger "bis zum Sankt-Nimmerleinstag" herausgezögert werde.

Letztendlich einigte sich der Sportausschuss darauf, noch keinen Beschluss zu fassen und den Punkt in der Ratssitzung am 3. Juli noch einmal zu diskutieren.

(up)
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