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Streit bei Rheinberger CDU: Markus Geßmann bald nicht mehr im Rat

Streit bei Rheinberger CDU : Markus Geßmann bald nicht mehr im Rat

Der langjährige CDU-Politiker und die Partei liegen im Clinch. Im Rheinberger Jugendhilfeausschuss gab er bekannt, sich aus dem Rat zurückzuziehen. Die Ausschussmitglieder reagierten überrascht.

Der öffentliche Teil des Rheinberger Jugendhilfeausschusses war fast zu Ende, als Markus Geßmann in der Stadthalle noch einmal das Mikrofon anschaltete. Der Ausschussvorsitzende ergriff unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen, Mitteilungen, Verschiedenes“ das Wort, er habe etwas „in eigener Sache“ zu sagen, machte er deutlich. Geßmann wies darauf hin, dass dies die letzte Jugendhilfeausschusssitzung sei, die er leite. Und: „Ich werde dem nächsten Rat auch nicht mehr angehören.“ Geßmann dankte den Kollegen der anderen Fraktionen und der Stadtverwaltung, auch der nicht anwesenden Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach, für die langjährige und gute Zusammenarbeit. Für die meisten Ausschussmitglieder kam diese Ankündigung völlig überraschend. Es gab erstaunte Blicke nach links und rechts.

Markus Geßmann gehört dem Rat seit 1999 an. Seither hat er seinen Wahlkreis 14 in der Innenstadt bei jeder Kommunalwahl direkt gezogen. Der Jugendhilfeausschuss habe ihm stets besonders am Herzen gelegen, sagte der Politiker. Den Ausschussvorsitz – das ist gute Tradition – teilte sich der 49-Jährige in dieser Legislaturperiode mit Friedhelm Kung. Das SPD-Mitglied bestritt die erste Hälfte, CDU-Mann Geßmann die zweite.

Geßmann sagte, dass er sich gerne weiterhin im Rat eingesetzt hätte, die CDU seinen Wahlkreis aber anderweitig besetzen wolle. Offenbar ist das Tischtuch zwischen Markus Geßmann und der CDU zerrissen. Aus der Partei will Geßmann aber nicht austreten.

Nach Rücksprache mit der CDU hat sich Geßmann dem Votum im CDU-Ortsverbandsvorstand nicht mehr gestellt. Der CDU-Ortsverband hat ein Vorschlagsrecht für die Mitgliederversammlung am Samstag, 20. Juni, die letztendlich als höchstes Gremium entscheiden wird. Dort kann sich jedes Mitglied der Kandidatur aber immer noch stellen. Die CDU wollte sich weiter nicht äußern, weil sie grundsätzlich keine Personaldiskussionen in der Öffentlichkeit führe.