Unsere Woche: Stadtverwaltung muss die Menschen mit einbeziehen

Unsere Woche : Stadtverwaltung muss die Menschen mit einbeziehen

Als die Idee aufkam, die Kita an der Langackerstraße zu schließen, hatte niemand mit dem vehementen Protest der Vierbaumer Eltern gerechnet.

Als Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach Anfang Februar im Jugendhilfeausschuss ganz neue und unkonventionelle Gedankenspiele eröffnete, klangen diese schlüssig und nachvollziehbar. Es ging um die Kindertagesstättensituation im Rheinberger Süden. Die Evangelische Kirchengemeinde Orsoy hatte offenbart, dass sie ihren Kindergarten nicht mehr halten kann. Die Stadt springt als Träger ein. Hinzu kommt, dass das Gebäude hinüber ist und offenbar nur noch abgerissen werden kann.

Unterdessen hat man im Jugendamt ausgerechnet, dass der Bedarf an Kita-Plätzen am Orsoyerberg am größten ist. Kaltenbach schlug deshalb vor, dort eine neue Einrichtung zu bauen, die die Orsoyer und die städtische Kita in Vierbaum ersetzen sollte. Als Grundstück war der Spielplatz an der Clevischen Straße angedacht. Eine Idee, die sich inzwischen als unrealistisch erwiesen hat. Als größeres Problem stellte sich allerdings Vierbaum heraus. Rosemarie Kaltenbach hat die Rechnung ohne die dortigen Eltern gemacht. Sie wehren sich erbittert dagegen, dass „ihre“ Einrichtung aufgegeben werden soll. Dabei werfen sie insbesondere das großzügige Außengelände als Argument in die Waagschale.

Jetzt wurde alles wieder auf Null gesetzt. Ein neuer Standort soll gesucht werden, und zwar ausdrück­lich nicht nur am Orsoyerberg. Die beiden Spielplätze an der Clevischen Straße und am Plankweg sollen dabei außen vor bleiben.

Es zeigt sich erneut das, was sich auch schon bei der geplanten probeweisen Sperrung von Holz- und Fischmarkt gezeigt hat: Die Verwaltung muss verinnerlichen, dass die Menschen stärker in Planungen einbezogen werden wollen. Und zwar nicht nur dann, wenn eine Beteiligung in einem Genehmigungsverfahren vorgeschrieben ist.

In diesem Sinne: ein schönes Wochenende!