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Stadtumbau Alpen: Verwaltung und Presbyterium sprechen über Kirchenumfeld

Stadtentwicklung in Alpen : Kurfürstin-Amalie-Platz soll schön werden

Der nächste Schritt beim Stadtumbau in Alpen steht bevor: Am Donnerstag wollen sich Evangelische Kirchengemeinde und Verwaltung auf die Gestaltung des Kirchenumfeldes verständigen. Es deutet sich eine Annäherung der Ideen an.

Kirche und Welt – das ist nicht immer deckungsgleich und es geht am Ende auch oft nicht immer zusammen. Doch auf der Kirchenwiese hinter dem markant schmucken evangelischen Gotteshaus herrscht Zuversicht, dass es in absehbarer Zeit zu einer Einigung kommt. Am Donnerstag nun treffen sich Abgesandten aus dem Rathaus und der Kirchengemeinde, um abschließend über die künftige Gestalt des Kurfürstin-Amalie-Platzes zu verhandeln, der Teil des Stadtumbaus ist.

„Wir sind uns inzwischen im Wesentlichen einig“, sagt Pfarrer Hartmut Becks. Eigentlich. Aber die Gespräche über die künftige Gestaltung des kirchlichen Umfeldes zwischen Rathaus und Kirche stockten über geraume Zeit. Die Vorstellungen lagen bisweilen zu weit auseinander. „In Details“, sagt der Pfarrer. Aber darin liegt bekanntlich in der Regel ja der Teufel.

Es geht nach dem noch unvollendeten Platz, dem sogenannten kleinen Wohnzimmer, gegenüber des Rathauses nun um den nächsten Schritt zur Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes nach den Entwürfen des Planungsbüros Felixx/De Zwarte Hond. Das Presbyterium hat schon früh grünes Licht gegeben, den Vorhof der schönen Kirche zu einer offenen, einladenden grünen Oase zu gestalten, die auch das Gotteshaus im „eigentlichen historischen Kern Alpens“ als Visitenkarte bei der Einfahrt in den Ort von Osten her noch besser zur Geltung bringen soll.

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Um die Pläne umsetzen zu können, will das Presbyterium das Grundstück Kirchenwiese, auf der nach dem Abriss des letzten von einst drei Häusern in diesen Pandemie-Tagen ein Gottesdienst-Zelt aufgebaut ist, einbringen und ist bereit, sich auch noch mit 30.000 Euro an dem gemeindlichen Stadtumbau-Projekt zu beteiligen. Die Gemeinde steuert die Zufahrt und die Parkplätze an der Vorburg zum Paket bei. So ist es im städtebaulichen Vertrag besiegelt.

Und es gab schon lange ambitionierte Pläne, wie das Feld neu bestellt werden könnte. Recht unterschiedliche offenbar. Als Maßgabe für das Presbyterium nennt Pfarrer Becks drei wesentliche Punkte: viel Grün, keine zusätzlichen Bauten oder Aufbauten und eine weitgehende Entsiegelung der Flächen. Wo der Dissens liegt, möchte er nicht sagen, um die laufenden Gespräche nicht zu belasten. Sicher scheint, dass die Vorstellungen im Rathaus zumindest in einem der drei Punkte abweichen.

Der Pfarrer geht als Mann der Hoffnung davon aus, dass es zu einem Kompromiss und einer Einigung kommt. André Enge vom Bauamt stellte im Bauausschuss am Dienstag zwei Varianten vor, mit denen die Verwaltung in das Gespräch gehe. In denen ist von Bauwerken nichts mehr zu sehen. Sie unterscheiden sich nur in der Anzahl der Bäume.

 „Eigentlich sollte noch vor Weihnachten der erste Spatenstich erfolgen“, so Becks. „Aber auch wegen Corona wird’s wohl erst im Frühjahr was“ mit dem Projekt, das dem ganzen Ort gut zu Gesicht stehen soll. Pastor Becks sind die Bäume hinter der Kirche heilig. Von den beiden Ginkgos will er sich ebenso wenig trennen wie vom Judasbaum mit den „gelben Geldsäckchen“, wie die Früchte genannt werden.

Unterdessen geht’s auf der Kirchenwiese (3000 Quadratmeter) Ende der Woche zu wie zur Kirmes. Über dem Holzboden ist über eine Fläche von knapp 400 Quadratmetern ein weißes Zeltdach gespannt. Die Seiten sind offen – wie bei einem Autoscooter. Die große Fahne mit dem violetten Kreuz an der Kopfwand erinnert jedoch, dass man hier auf keinem Rummelplatz ist. Unterm Dach können auch größere Gottesdienste mit Taufen und Konfirmanden relativ risikolos gefeiert werden – mit Gesang –, ohne gegen Schutzbestimmungen zu verstoßen. Platz ist unterm Dach für 110 Leute. Außen herum können auch Stühle gestellt werden. Am Samstag und Sonntag, 22./23. August, werden hier jeweils um 10 Uhr zwei Konfirmationsgottesdienste gefeiert, der dritte folgt eine Woche später.

Küster Manfred Küppers hat am Wochenende einen anstrengenden Job. Er muss mit seinen Helfern Stühle schleppen, die Technik aufbauen und sehen, dass auch mit den Hygienemaßgaben alles passt. „Ohne ihn würden wird das gar nicht hinkriegen“, lobt der Pfarrer, der dafür plädiert, in Corona-Tagen „immer mit Augenmaß nur das zu tun, was verantwortbar ist“.