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Rheinberg: Stadt will hauptamtlichen Wehrleiter

Rheinberg : Stadt will hauptamtlichen Wehrleiter

Weil auch in Rheinberg die Anforderungen an den Brandschutz immer größer werden, soll eine neue Stelle in der Stadtverwaltung geschaffen werden. Im Haupt- und Finanzausschuss steht das Thema morgen auf der Tagesordnung.

Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg - das war bisher immer ein Ehrenamt. Das soll sich bald ändern. Die Stadt will diese Position in eine hauptamtliche Stelle umwandeln und dazu den Stellenplan erweitern. Wenn morgen Abend der Haupt- und Finanzausschuss im Stadthaus tagt (ab 17 Uhr im Raum 249), steht das Thema auf der Tagesordnung.

Man habe ihm diesen Plan vorgestellt, und er würde dieses Amt gerne übernehmen, sagte Sebastian Schriewer gestern. Der 34-Jährige wurde vom Rat für die Zeit von sechs Jahren zum Leiter der Feuerwehr gewählt und trat sein Amt zum 1. August 2015 an. Der Rheinberger war vorher bereits stellvertretender Leiter. Er hat Maschinenbau studiert und lebt in Orsoy.

Schriewer soll - so schwebt es der Verwaltung vor - zunächst als tariflich Beschäftigter und nach Absolvierung des Vorbereitungsdienstes im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst eingestellt werden. "Hierfür ist es erforderlich, im Stellenplan 2017 eine Stelle für einen tariflich Beschäftigten sowie eine Ausbildungsstelle für einen Brandoberinspektoranwärter auszuweisen. Ob eine entsprechende Ausbildung in 2017 bei einer Berufsfeuerwehr absolviert werden kann, muss noch geprüft werden", teilt die Verwaltung mit.

Die Stadt begründet ihr Vorhaben so: Das zeitintensive Ehrenamt eines Feuerwehrchefs sei heute nicht mehr mit beruflicher Tätigkeit in Einklang zu bringen. So habe bereits Schriewers Vorgänger Bernd Hocks sein Amt mit Verweis auf ständig wachsende Anforderungen niedergelegt. Und auch Schriewer führe stetig steigendes Arbeitsaufkommen für die Feuerwehr an, so dass erhebliche Probleme bestehen, Beruf und Ehrenamt zu koordinieren. Wer nach Gründen für die Mehrbelastungen bei der Feuerwehrarbeit suche, stoße schnell auf veränderte gesetzliche Vorgaben. Oftmals sei es zudem erforderlich, Termine zu den üblichen Arbeitszeiten, also im Vor- und frühen Nachmittagsbereich, wahrzunehmen. Eine große Herausforderung stellten die Vorgaben aus dem Brandschutzbedarfsplan dar. Die Bezirksregierung gestattet der Stadt Rheinberg über eine Ausnahmegenehmigung, eine rein Freiwillige Feuerwehr einzusetzen.

"Eine hauptamtliche Kraft, die mit dem Stadtbrandinspektor die geforderte Führungsposition abdecken und gleichzeitig jederzeit mit zu Einsätzen ausrücken kann, ist bei dieser Entwicklung nur von Vorteil", so die Verwaltung. Denn: Sollte die Bezirksregierung der Stadt die Ausnahmegenehmigung nicht mehr wie bisher aussprechen, "müsste die Stadt mit erheblichen Kosten rechnen". Eine Entscheidung der Bezirksregierung zum Antrag der Stadt auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vom 26. November 2014 steht noch immer aus.

Schriewer könnte nach Absolvierung eines entsprechenden Lehrgangs auch die Brandverhütungsschau durchführen. Die wird in Rheinberg bisher von der Stadt Kamp-Lintfort übernommen. Rheinberg zahlt für diese Pflichtaufgabe 15.000 Euro pro Jahr an die Nachbarn. So wäre ein Teil der Kosten für die neue Stelle kompensiert.

(up)