Alpen: Spitzentechnologie am Standort Alpen

Alpen : Spitzentechnologie am Standort Alpen

160 Kunden aus der ganzen Welt waren Donnerstag zu Gast beim Technologie-Tag bei IMI Norgren an der Bruckstraße. Das Unternehmen stellte sich als hochmodernes Entwicklungszentrum vor, das startklar ist für die Industrie 4.0.

Von "A" wie automatisches Hochregallager bis "Z" wie zukunftsträchtige Technologien: IMI Precision Engineering, in der Region noch immer besser bekannt als Norgren, hat Donnerstag den Standort Alpen bei einer Hausmesse rund 160 internationalen Kundenvertretern als hochmodernes Entwicklungszentrum für Spitzentechnologie präsentiert. Das Unternehmen mit am Ort rund 500 Beschäftigten hat längst den Schritt vollzogen vom namhaften Hersteller von Druckluft-Zylindern über elektronische Antriebe bis an die Schwelle zur Digitalisierung. Botschaft: IMI Norgren ist bereit für Lösungen im Industriezeitalter 4.0.

IMI-Europa-Chef Oliver Wehking (l.) und Standortchef Torsten Norff. Foto: bp

Die Besucher - einige kamen gar aus Ägypten - sollten bei der gemeinsam mit Kompressor-Hersteller Boge aus Bielefeld organisierten Veranstaltung einen hautnahen Eindruck davon bekommen, wie sich mit schlanken Verfahrensabläufen (lean management) und Elementen der Digitalisierung Produktionsprozesse schnell und flexibel gestalten lassen. Dabei konnten sich die Kunden über die neuesten Produkte aus dem Hause IMI Norgren informieren.

Dabei bediente sich der Gastgeber neben den Betriebsführungen in der IMI-Denkzentrale - 80 Prozent der weltweit vertriebenen pneumatischen Antriebe sind in Alpen entwickelt worden - modernster Präsentationstechnik, mit der IMI auf der Hannover-Messe beste Erfahrungen gemacht hatte.

Über interaktive Displays demonstrierten Fachleute des Unternehmens an einfachen Beispielen wie hochintelligente "vorbeugende Instandhaltungslösungen" aussehen. Oder sie simulierten Störungen wie einen Kabelbruch, der mit einer roten Ampel auf dem Tablet angezeigt und auf dem Touchscreen so gemanagt und behoben werden kann, bis die Ampel wieder auf Grün umschaltet. Bei der vorbeugenden Instandhaltung melden Sensoren mögliche Schäden schon dann, wenn sie noch gar nicht eingetreten sind und sagen, welche Komponenten besser rechtzeitig ausgetaucht werden müssen, ehe am Ende alle Räder stillstehen.

Alpen gilt als Herz der vier IMI-Precision-Standorte in Deutschland. So war auch Oliver Wehking, IMI-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz, am Donnerstag beim großen Treffen an der Bruckstraße, wo Werkleiter Torsten Norff die Verantwortung hat. Sein Standort ist nicht nur das zentraleuropäische Denkzentrum, sondern hier ist auch Europas IMI-Logistik zu Hause. Alle an den europäischen Standorten gefertigten Produkte gehen über Alpen hinaus in die Welt.

Bis zu 4500 Pakete werden hier täglich mit elektronischen Hilfen von Hand verpackt und auf den Weg gebracht. Dabei kommen die Mitarbeiter in der Versandabteilung auf bis zu 10.000 Ladebewegungen am Tag, Lieferungen, die reinkommen oder rausgehen - auch das erfordert höchste Präzision. Die Fehlerquote sei marginal, heißt es.

Auch im traditionellen Kerngeschäft der Rothemden - dem Zylinderbau - kommt der Standort Alpen auf beeindruckende Zahlen. Bis zu 800 druckluftangetriebene, hochleistungsfähige Zylinder werden täglich hergestellt. Die Ampeln an den "Montagezellen" wie die Fertigungseinheiten hier genannt werden, stehen in der Regel auf Grün. Hier setzen Spezialisten nach einem festen Plan das zusammen, was in der Halle vorab produziert worden ist, und verpacken jedes Präzisionsstück sorgsam.

In der Fertigungszelle für den Isoline-Zylinder ist ein Höchstmaß an Flexibilität gefordert. Es seien je nach Komponentenzusammensetzung 70.000 unterschiedliche Zylinder-Varianten möglich. Von ganz klein bis ganz groß. Die Spannbreite reiche bei der Länge von fünf Millimeter bis zu 100 Millimeter, die Durchmesser reichen von 32 Millimetern bis zu einem Meter, berichtet beim Rundgang Teamleiter Werner Boguhn, zuständig für eine halbe Hundertschaft an Mitarbeitern an modernen Arbeitsplätzen. Farbige Säulendiagramme auf Bildschirmen zeigen, was gerade ansteht.

Von Spitzentechnologie war Donnerstag ganz viel die Rede. Politik war tabu. Der Begriff Brexit stand in Alpen auf dem Index. Die IMI-Mutter sitzt zwar in England. Aber: "Kein Kommentar. Wir warten ab und konzentrieren uns auf Zentraleuropa", sagte Standortchef Norff.

(bp)
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