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SPD zielt auf den Bürgermeister

Kommunalwahlkampf in Alpen : SPD zielt auf den Bürgermeister

Die Alpener Genossen konkretisieren ihre Kritik wegen mangelnder Wirtschaftshilfe in der Krise. In Städten wie Monheim, Moers oder Kevelaer sei mehr dafür getan worden, um Unternehmen in der Krise zu helfen, so Jörg Banemann.

Die SPD präzisiert ihre Kritik wegen aus ihrer Sicht mangelnder Unterstützung der Verwaltung für lokale Wirtschaft und reagiert mit Verzögerung auf den Konter von Bürgermeister Thomas Ahls. Der hatte sich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor knapp zwei Wochen schützend vor seine Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung gestellt.

Das wiederum will die SPD so nicht stehen lassen. „Den Unmut aus der Verwaltung nehmen wir zum Anlass, die Kritik zu präzisieren“, so Jörg Banemann. Die Mitarbeiter der Verwaltung täten „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ selbstverständlich alles, um der Wirtschaft zu helfen, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Da wollen wir keinen falschen Zungenschlag hineinbringen“, stellt er klar.

Er wendet sich dann ganz konkret an den Bürgermeister selbst. „Die Initiative, um in so einer existenziellen Krise viel entschiedener für die Gemeinde zu werben, kreative Ideen zu fördern oder aufzunehmen, um so ein kollektives Bewusstsein für die dringend notwendige Stärkung der heimischen Wirtschaft zu entwickeln, muss in allererster Linie von der Stadtspitze ausgehen“, meint der Spitzengenosse.

Banemann nennt erneut die Best-practice-Beispiele von Städten wie Monheim, wo die Anliegen der Einzelhändler, Dienstleister und der Gastronomie über eine Gutschein-Aktion nach vorn gebracht würden, oder Moers, wo auf der Online-Seite der Stadt die „local heroes“ aufgelistet würden. In Kevelaer gebe es eine große Plakat-Aktion im Zusammenspiel von Einzelhandel, lokaler Wirtschaft und Stadt, die zu einem starken Zusammenhalt von Stadt, Unternehmern und Bevölkerung geführt habe.

„Wir würden uns wirklich eine offensive Werbekampagne der Gemeinde wünschen zur Stärkung der heimischen Geschäfte und der Gastronomie, die in dieser Krise um ihr Überleben kämpfen“, formuliert Banemann ausdrücklich an die Adresse des Bürgermeisters.

Der Mann auf dem Chef-Sessel im Rathaus habe die Aufgabe, Phantasie, Engagement und Kreativität von Verwaltung und Unternehmern „klug zusammenzuführen“. Der Bürgermeister sei „gefordert, sich an die Spitze einer solchen Bewegung zu setzen, damit die existenziell gefährdeten Betriebe nicht vollends wegbrechen, statt nichts zu tun“, sagte der SPD-Politiker.

Eine Plattform, auf der die Wirtschaft mit ihren Angeboten digital zu finden sei, könne dazu beitragen, die Stärkung der ansässigen Geschäfte „ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken“. Diese Idee sei „unverändert vernünftig“.

Mit Blick in die Gemeindekasse, „in der jetzt zwei Millionen Euro fehlen“, zeige sich, so der Sprecher der SPD, „dass es besser gewesen wäre, Rücklagen für so eine Krisenzeit nicht zu verbrennen“.