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SPD übt heftige Kritik an neuen Möbeln auf Platz gegenüber Alpens Rathaus

Stadtumbau in Alpen : SPD kritisiert die Möblierung des „kleinen Wohnzimmers“

Die neuen Absperrpoller auf dem Rathausvorplatz haben Mängel. Die können aber leicht behoben werden, sagt die Feuerwehr.

Die SPD hat noch nie in dem Verdacht gestanden ein ausgewiesener Fan der neuen Möbel im Wohnzimmer Alpen zu sein. Am Aschermittwoch nun hat SPD-Fraktionschef Jörg Banemann in seiner Abneigung nachgelegt. „Wenn Alpen sein kleines Wohnzimmer möbliert“, beginnt er seine Polemik, führe das die Serie von „Pleiten, Pech und Pannen“ fort. Doch es gibt besonnene Leute, die das Feuer aus der wieder angefachten, hitzigen Debatte nehmen. Der Genosse aber gibt rhetorisch Vollgas.

Oberflächlich betrachtet werde es zwar „im kleinen Wohnzimmer“ gegenüber dem Rathaus „langsam kuschelig“. Bänke, Fahrradständer, Absperrpoller für die Feuerwehrzufahrt beziehungsweise für die Aufstellfläche der Feuerwehr seien inzwischen eingebaut worden. „So weit, so gut“, schreibt der Sprecher der Fraktion, um voller Sakasmus sein großes Aber nachzulegen: „Man hat die Fachkompetenz der Verwaltung brutal unterschätzt.“

Die habe dazu geführt, dass Absperrpoller eingebaut worden seien, die den Vorschriften nicht entsprächen und nun nach Prüfung durch die Feuerwehr wieder abgebaut werden müssten. „Und das mit erheblichem finanziellen Aufwand“, so Banemann mit Blick auf die eigens für Alpen designten Möbel. Banemann stellt die rhetorische Frage in den Raum, wie viele der unzulässigen Poller bereits vom Geld der Steuerzahler gekauft worden seien.

Doch gar so gewaltig ist der vermeintliche Skandal der Kategorie Schilda wohl doch nicht. Feuerwehrchef Michael Hartjes räumte auf Anfrage der Redaktion zwar ein, dass die Poller so, wie sie jetzt sind, nicht bleiben können. Es gehe um die Verriegelung, die vor Eis und Schmutz geschützt werden müsse, damit sie im Notfall auf und um den Adenauerplatz problemlos gelöst werden kann, um die Poller wegzunehmen. Die Nachrüstung mit einer Schutzkappe sei problemlos möglich, so der Sachverständige.

Doch der wahlkämpfende SPD-Politiker sieht weitere Pannen: „Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre.“ Die neuen Fahrradständer an der Rathausstraße seien so platziert, dass abgestellte Räder den Gehweg versperren würden. Und die Mülleimer seien, was das Entsorgen von Zigarettenkippen angehe, „eine totale Fehlkonstruktion“, so sein schonungsloses Urteil.

„Zum wiederholten Male“, so der SPD-Politiker, seien zudem gesetzliche Vorgaben für die Barriere- und Inklusionsfreiheit im öffentlichen Raum „mit Füßen getreten“ worden. Er meint vermutlich, das Pflaster – den Teppich also. Über die Kosten, die „der erforderliche Rückbau“ verursache, könne er nur den Kopf schütteln. „Hoffentlich hat der Bürgermeister eine Diensthaftpflicht“, so Banemann. Der „nicht unerhebliche finanzielle Mehraufwand“ sei „durch grobe Planungsfehler entstanden“. Die dürften „diesmal nicht zu Lasten der Steuerzahler gehen“. Hier sei Geld für ein Einfamilienhauses versenkt worden, sagt er mit Blick auf das Wasserspiel. „Bezahlen sollen die, die den Unsinn angerichtet haben.“