Spatenstich für den Neubau des Hospiz Haus Sonnenschein in Rheinberg

Hospizarbeit in Rheinberg : Baubeginn für das neue Hospiz Haus Sonnenschein

Der erste Spatenstich ist erfolgt. St. Josef als Träger investiert knapp 2,3 Millionen Euro in das neue Gebäude an der Moerser Straße.

Seit sieben Jahren schon ist ein Neubau des Hospiz Haus Sonnenschein ein Thema. Jetzt endlich geht es los. Am Freitag erfolgte der erste Spatenstich für das flache Gebäude, das neben dem bestehenden, Ende der sechziger Jahre als Schwesternheim des alten Krankenhauses gebauten Gebäudes entstehen soll. Geplant ist, dass es nach zwölf bis 14 Monaten Bauzeit Ende 2020 zur Verfügung steht. Die Kosten belaufen sich auf knapp 2,3 Millionen Euro. Das alte Gebäude wird unter anderem für die Tagesklinik weiter genutzt.

„Das alte Haus ist in die Jahre gekommen, auch wenn wir uns hier sehr wohlfühlen“, berichtete Rolf H. Nennhaus, Geschäftsführer der Moerser St.-Josef-Krankenhaus-Gesellschaft, Trägerin der Einrichtung. „Deshalb bauen wir neu.“ Beate Bergmann, Hospiz-Leiterin vom ersten Tag an, erinnerte sich an die Anfänge vor 25 Jahren. Damals habe der Wunsch bestanden, ein stationäres Hospiz zu eröffnen. 1995 begann der Aufbau eines ambulanten Hospizdienstes, im Juli 1998 eröffnete dann das Haus Sonnenschein an der Moerser Straße im Windschatten des St.-Nikolaus-Krankenhauses. Es war das erste und ist bislang das einzige Hospiz im Kreis Wesel. Seit Oktober 1998 gibt es auch einen Förderverein, dessen Aufgabe die Finanzierung des Hauses ist.

„Im Laufe der Jahre haben sich die bürokratischen und gesetzlichen Bestimmungen verändert, unsere Arbeit nicht“, sagte Beate Bergmann. Es gibt acht Zimmer für Menschen, die „austherapiert“ sind und in aller Regel zum Sterben in das Haus kommen. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 30 Tagen. Knapp 100 Menschen pro Jahr verbringen also die letzte Phase ihres Lebens an der Moerser Straße. Anfragen, das sagte Geschäftsführer Nennhaus deutlich, gebe es doppelt so viele.

Im Neubau wird es zehn je ca. 20 Quadratmeter große Räume geben, jedes mit eigenem Bad und eigener Terrasse ausgestattet – auf die bei schönem Wetter auf Wunsch auch die Betten der Bewohner gerollt werden können. Architekt Karlheinz Schlapeit hat das Gebäude mit zwei Flügeln mit jeweils fünf Zimmern geplant. Dazwischen liegt ein verglaster Mitteltrakt mit Gemeinschaftsräumen, Wellnessbad, Küche, Café und einem Raum der Stille.

Mit Strom, Warmwasser und Heizung wird der Neubau vom benachbarten, ebenfalls zu St. Josef gehörenden Krankenhaus versorgt, wo eine Mikrogasturbine eingebaut wird, ein mit Gas betriebenes Blockheizkaftwerk.

Beim Spatenstich (v.l.): Bürgermeister Tatzel, Landrat Müller, Schirmherr Mennicken, Leiterin Beate Bergmann, Ulrike Wellner (Förderverein), Aufsichtsrat van Bebber und Geschäftsführer Nennhaus. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Öffentliche Fördermittel gebe es nicht für den Bau mit einer Netto-Grundfläche von 760 Quadratmetern, sagte Geschäftsführer Nennhaus. 700.000 Euro der Baukosten übernimmt die Krankenhaus-Gesellschaft, stolze 1,6 Millionen Euro steuert der von Ulrike Wellner geleitete Förderverein bei. Es sei großartig, wie viel insbesondere die Rheinberger spenden, lobte sie und bedankte sich dafür. „Es hat sich ausgezahlt, dass das Hospiz von Beginn an als offenes Haus geführt worden ist“, so die Vorsitzende: „Der Hospizgedanke ist mitten in der Gesellschaft angekommen.“

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