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Rheinberg: Spaß an US-Oldtimern mit dicken V 8-Motoren

Rheinberg : Spaß an US-Oldtimern mit dicken V 8-Motoren

Rund 100 Ami-Schlitten kamen zum zweiten Treffen auf dem Ossenberger Schützenplatz, organisiert vom Restaurant "Pepperpot".

"Der Klang der Autos ist unverkennbar. Nur V 8-Motoren blubbern so." Das sagt Jürgen Wisgalla. Der 46-jährige Schweißer fährt einen Chevrolet Nova - natürlich mit einem Achtzylindermotor unter der Haube. Und er organisiert das V 8-Treffen mit US-Autos in Ossenberg, unterstützt von Elly Brandler aus Alpen-Drüpt und dem Restaurant "Pepperpot" als Veranstalter.

Am Samstag gab es das zweite Treffen der blubbernden V 8-Wagen, die alle ein eigenes Gesicht haben, wie der Organisator es nennt. Im Laufe des Nachmittages rollten 100 US-Autos auf dem Ossenberger Festplatz an. Das waren genauso viele wie im vergangenen Jahr, als es das erste Treffen gab. Es hätten deutlich mehr sein können, wenn die Veranstalter mehr Glück gehabt hätten. Zum einen hatte es geregnet, kurz bevor das Treffen begann. Einige Oldtimerbesitzer ließen ihre Wagen lieber in der Garage stehen, als sie nass werden zu lassen. Zum anderen gab es zeitgleich ein Treffen von US-Autos in den Niederlanden. "Sonst wären noch mehr hier in Ossenberg gewesen", meinte Jürgen Wisgalla.

Die meisten V 8-Besitzer kamen vom Niederrhein und aus dem westlichen Ruhrgebiet. Zum Beispiel rollte Robert Narewski aus Wesel mit einem grünen Ford Mustang von 1966 an, wie er im Film Bullitt aus dem Jahr 1968 von Steve McQueen bei einer Verfolgungsjagd durch San Francisco gelenkt wurde. "Im Film Bullitt ist es aber ein Mustang mit Fastback, keine Coupé", erklärte er, wobei Fastback das amerikanische Wort für Fließheck ist.

Wie dieser Mustang waren die meisten der 100-US-Autos mit H-Kennzeichen unterwegs. "Bei 5,7 Liter Hubraum und 350 Pferdestärken hätte ich alleine 1200 Euro Steuern zu zahlen", erklärte Mark Brensing. Er hatte die kürzeste Anreise, da er in Ossenberg wohnt. Dazu kam er mit dem ältesten Fahrzeug, zumindest von der Karosserie her. Es war ein Ford von 1932, der die Basis für einen Hot-Road-Wagen bildete, der in den 1980er Jahren einen alten Chevrolet-V 8-Motor erhielt. "Der Wagen braucht 15 Liter bei normaler Fahrweise - und 20 beim Gasgeben", erzählte der 42-Jährige mit Blick auf die Geschichte der V 8-Autos. Denn ab 1973 wurden immer weniger gebaut, was an den steigenden Ölpreisen, an explodierenden Versicherungsprämien in Amerika und strengeren Abgasnormen lag.

Mark Brensing führte kaum Benzingespräche, wie die meisten Teilnehmer. Denn bei den Freunden der US-Autos steht der Spaß im Mittelpunkt. "Bei den Treffen lernt man Menschen kennen, die man sonst nicht kennen gelernt hätte", berichtete der Hotrod-Fahrer. "Jeder ist willkommen. Jeder lernt jeden kennen."

So kam er auch mit Thomas Hochstein aus Moers in Kontakt, der mit einem La Salle von 1940 aus dem Hause Chevrolet nach Ossenberg gefahren war. Dieser Wagen in Stromlinienform war der älteste im Originalzustand, der auf dem Festplatz in Ossenberg in typischem V 8-Sound blubberte.

(got)