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Rheinberg: Sozialabgaben unterschlagen

Rheinberg : Sozialabgaben unterschlagen

Rheinberger Unternehmer-Ehepaar wurde zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Einen Schaden in sechsstelliger Höhe hat ein Unternehmerpaar aus Rheinberg verursacht. Zwischen 2005 und 2008 haben sie für mehrere Arbeitnehmer keine oder zu wenig Sozialabgaben bezahlt. Jetzt mussten sie sich vor dem Moerser Schöffengericht verantworten.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft listete rund 40 Fälle des Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen auf. Die Schadenssumme beläuft sich auf knapp 270 000 Euro. Hinzu kommen weitere 50 000 Euro, die nicht an die Berufsgenossenschaft abgeführt wurden. Der Anwalt des 45-Jährigen legte gleich nach Verlesung der Anklageschrift ein umfassendes Geständnis für seinen Mandanten ab. Es stimme, dass man einige Mitarbeiter wahrheitswidrig als geringfügig Beschäftigte angemeldet hatte. Weitere hätten komplett ohne Anmeldung gearbeitet. Als Nachunternehmer habe sein Mandant Leute vermittelt, die deutschlandweit, zum Teil aber auch im Ausland Baustellen reinigten. Auch Materialtransporte für die Industrie habe er in Auftrag gegeben.

Der Angeklagte habe die Firma geleitet, seine Lebensgefährtin sei nur "Strohfrau" gewesen. Das Gericht ging allerdings nicht davon aus, dass die 44-Jährige von dem ganzen nichts gemerkt hatte. Sie selber gab an, sie sei sich über das ganze Ausmaß nicht bewusst gewesen. Dass der Angeklagte dem Gericht mit seinem umfassenden Geständnis viele Verhandlungstage und Zeugenbefragungen ersparte, fiel zu seinen Gunsten in die Waagschale. Außerdem liegen die Taten lange zurück.

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Der 45-jährige Rheinbergerin wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt und muss eine Geldstrafe von 1000 Euro zahlen. Die 44-Jährige wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 50 Sozialstunden verurteilt.

(bil)