Alpen: Sommerfest für und mit Flüchtlingen

Alpen : Sommerfest für und mit Flüchtlingen

Die Festlichkeiten im "Garten der Begegnung" wurden anlässlich des Weltkindertages organisiert. Die Flüchtlingshilfe und der Kinderschutzbund haben das Fest zusammen mit der evangelischen und katholischen Kirche veranstaltet.

Im "Garten der Begegnung" in Alpen herrschte am Sonntagmittag ein ungewöhnlich reges Treiben, denn hierher hatten die "Flüchtlingshilfe" und der "Kinderschutzbund" zu einem großen Sommerfest eingeladen. Mehr als 300 Gäste feierten ein tolles Fest, bei dem gesungen, gespielt, getanzt, geredet, gegessen und getrunken wurde.

Menschen aus 21 Ländern hatten sich in dem Garten auf der Burgstraße eingefunden. Das ermittelte der 1. Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Patrick Depuhl gemeinsam mit der zwölfjährigen Aya Kormesto aus Syrien in einer lustig gestalteten Fragerunde. Ayas Vater, ein Anästhesie-Assistenzarzt, erklärte freudig: "Unsere Familie ist 2015 aus Aleppo geflüchtet, und wir sind sehr dankbar dafür, dass wir in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben." Seine Frau suche allerdings noch eine Stelle als Krankenschwester, fügte er hinzu.

Als ideale Ansprechpartnerin für die Wünsche und Nöte der Flüchtlinge stellte sich Astrid Kummer vor. "Meine wichtigste Aufgabe ist es, die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Kräfte zu koordinieren", erklärte sie. Die Flüchtlingshilfe bietet zurzeit unter anderem Deutschkurse für Mütter an. Für die Betreuung der Kleinkinder während dieses Unterrichts sucht Kummer noch kinderliebe Kräfte.

Währenddessen sich die Kinder mit Spielen wie "Vier gewinnt" und "Mühle" beschäftigten, unterhielten sich die Erwachsenen, an langen Tischen sitzend, sehr angeregt miteinander. Von den 150 Flüchtlingen, die einst in der Tennishalle untergebracht waren, haben mittlerweile alle eine eigene Wohnung, sie arbeiten größtenteils zur Aushilfe und die Kinder besuchen Regelschulen in Alpen und Rheinberg. Ein großer Buffettisch mit Gerichten aus aller Welt, die teilweise von den Flüchtlingen selbst oder von der Alpener Bevölkerung gestiftet worden war, lud zum Essen ein. Für interessante Gemeinschaftsspiele mit allen Kindern sorgten Diakon Thomas Haß von der evangelischen Kirche und Patrick Depuhl.

Depuhls Frau, die Sängerin Judy Bailey, und die Grundschullehrerin Verena Schulz, die im Vorstand des Kinderschutzbundes mitarbeitet, ließen die Herzen der Festgäste höher schlagen, als sie sich mit vielen der anwesenden Kindern auf die eigens für dieses Fest errichtete Bühne begaben und dort gemeinsam einige Songs sangen. Auch der Musikverein Menzelen 1959 sorgte mit Songs wie "When The Saints Go Marching In" und "Glory, Glory, Hallelujah" für gute Musik.

Irmgard Gräven, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, ergänzte, dass das Sommerfest vor allem aus Anlass des am 20. September stattfindenden Weltkindertages für die Flüchtlingskinder abgehalten werden sollte. "Das Fest soll die Menschen, die sich auf der Flucht vor Krieg und Terror befinden, mit denen ins Gespräch kommen lassen, die in unserer schönen und sicheren Heimatstadt Alpen leben", erklärte Depuhl. Er fügte hinzu, dass das Sommerfest ein Zeichen dafür sein soll, dass in Alpen die Zusammenarbeit vieler Menschen gut koordinierbar sei.

Wichtig war es ihm zu erwähnen, dass auch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche mit an der Planung und der Durchführung des Festes beteiligt gewesen seien.

(hvh)
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