Rheinberg: So bunt wie das Leben

Rheinberg: So bunt wie das Leben

Die Juristerei sei alles andere als "trocken", sagt Werner Batzke aus Krefeld. Der 51-jährige Richter ist neuer Direktor des Rheinberger Amtsgerichts. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Betreuungsrecht.

Das Rheinberger Amtsgericht hat einen neuen Direktor. Werner Batzke hat Christiane Breidenstein abgelöst, die das Gericht 14 Jahre lang geleitet hat. Warum es ihn nach Rheinberg zog? "Das Amtsgericht genießt über die Grenzen hinaus den Ruf, gut organisiert zu sein", weiß der Jurist. Das habe ihn angesprochen. Als er erfuhr, dass die Vorgängerin ihren vorzeitigen Ruhestand plane, habe er sich sofort beworben.

Die vage Hoffnung, einmal ein "eigenes Haus" zu haben, erfüllte sich. "Die Juristerei ist sehr bunt in ihren Anforderungen", schwärmt der 51-Jährige, der in den vergangenen 20 Jahren in Düsseldorf als Richter tätig war. Der Beruf sei keinesfalls so trocken, wie viele meinten. "Die Verhandlungsführung in Sitzungen ist interessant". Auch das Gespräch mit Menschen liege ihm. Im Betreuungsrecht müsse man außerdem immer wieder nach Lösungen suchen, den Betroffenen ein möglichst freies Leben zu ermöglichen.

In Marburg studiert

Sein Jurastudium begann Werner Batzke 1980 in Marburg, nach anschließendem Referendariat kam er 1990 erst zum Düsseldorfer Landgericht, dann zum Amtsgericht. Die Liebe zog ihn dann nach Krefeld, hier lebt der Familienvater mit seiner Frau und seinen drei Kindern. Dass ihm der Beruf des Richters liegt, wurde dem gebürtigen Duisburger übrigens erst im Referendariat klar. Auch seine älteste Tochter studiert inzwischen Jura, sagt er nicht ohne stolz. Ob sie Richterin werden will, steht allerdings noch in den Sternen.

Von Rheinberg hat Werner Batzke bisher allerdings noch nicht allzu viel gesehen. Erst einmal gelte es, die Mitarbeiter kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen: "Das ist momentan die wichtigste Aufgabe". Rund 60 neue Gesichter muss er sich merken, Hände schütteln, sich Namen einprägen. Das ist vergleichsweise übersichtlich, in Düsseldorf waren immerhin knapp 600 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Sitzungssaal wird man Werner Batzke vorerst aber nicht sehen. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Betreuungsrecht. Setzt er sich morgens an seinen Schreibtisch, warten erst einmal Akten, die bearbeitet werden müssen. "Die mit dem roten Deckel sind besonders wichtig und dulden keinen Aufschub", erklärt er. Da müssen schnelle Entscheidungen fallen, zum Beispiel wenn ein Betroffener sich selber gefährdet.

Auch ganz banale Dinge

Spannend ist es nicht immer, auch ganz banale Dinge wie die Bestellungen von Verbrauchsmaterial zu prüfen, gehören zum Aufgabenbereich des Direktors. Noch ist alles neu, in den nächsten Wochen gilt es erst einmal sich einzuarbeiten, den Bürgermeister kennenzulernen und vieles mehr. "Der Niederrhein ist eine herrliche Gegend" findet Werner Batzke, deshalb ist er oft mit dem Rennrad unterwegs. Oder erkundet gemütlich mit der Familie per Drahtesel die Gegend. Außerdem mag der 51-Jährige Städtereisen und liest gerne Krimis. Zum Beispiel von Martha Grimes oder Elisabeth George. "Und natürlich von Leenders/Bay/Leenders", verrät der Jurist. Dabei aber eher die älteren Werke, denn "da ist noch richtig Lokalkolorit drin".

(RP)
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