Silvesterböllern in Borth: Faszination Lärm

Silvesterböllern in Borth : Evermarus-Schützen lassen es krachen

Die Borther St. Evermarus Schützenbruderschaft verabschiedete das alte Jahr mit einem Böllerschießen.

Der Kanonendonner früherer Zeiten, ausladender Pulverdampf und der Hall diverser Pistolen erfüllten am Silvestertag den Platz auf der Wiese der Evermarus Schützenbruderschaft. Neun Kanonen, fünfzehn Standböller und 37 Hand- und Schaftböller-Pistolen feuerten die Mitglieder der Borther Schützengemeinschaft zusammen mit Nachbarschützenvereinen aus Keppeln, dem Annaberg, Xanten, Oberhausen-Holten und Rees-Esserden in die Luft ab.

Diese in Bayern begründete Tradition habe sich auch am Niederrhein etabliert, erläuterte Ronald Hoffmann von den Evermarus-Schützen. „Irgendwann haben wir die Keppelner Böllerschützen zu unserem Schützenfest eingeladen. Da haben wir gesagt: Was die können, können wir selbst auch.“ Die Sebastianus-Bruderschaft Keppeln war trotzdem gern gekommen. „Man füllt die Ladekammer mit Schwarzpulver, nimmt einen Korken und setzt ihn zum Dämmen auf“, erläuterte Sprecher Peter Quinders den Mechanismus seiner Schaftböller-Pistole. Zum Abfeuern sei ein Sprengstoffschein erforderlich, ergänzte Wilfried Welbers von den St.Viktor-Schützen Xanten. „Und für die Kanonen braucht es 180 Gramm Pulver“, sagte Werner Österbeck aus Holten. Was ihn daran fasziniert? „Der Krach, der Qualm – und man muss ein bisschen verrückt sein.“ Mit Hörschutz und hundert Meter vom eigentlichen Schießstand entfernt, hatten die Schützen auch die Kanonen aufgestellt, um die Lautstärke zu reduzieren. Nach einem vorher vereinbarten Programm wurden dann die verschiedenen Salven abgefeuert. „Die Gemeinschaft und was da für eine Kraft dabei ist“, faszinierte den Vorsitzenden der Borther Schützen, Hermann Hücklekemkes, der der Stadt dafür dankte, die Veranstaltung ausrichten zu dürfen. Die Evermarus-Schützen deuteten an, dass das Böllerschießen künftig auf andere Vereine mit verteilt werden soll. Dann würde die akustische Belastung für den Ort nur alle zwei, drei Jahre anfallen.

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