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Rheinberg: Sie geben der Gewerkschaft ein Gesicht

Rheinberg : Sie geben der Gewerkschaft ein Gesicht

Der neue DGB-Ortsverband Rheinberg-Alpen-Xanten stellte seinen Vorstand vor. Ziel: In einer knochenharten Arbeitswelt für die Rechte der Belegschaften kämpfen und möglichst auch die junge Generation gewinnen.

Kurz vor dem ersten Advent ist der 1. Mai für Karin Wolk durchaus ein Thema. Ob es dann wohl wieder eine Kundgebung in Rheinberg werden wird? "Das ist ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen", erklärte die gerade gewählte Vorsitzende des neuen DGB-Ortsverbandes Rheinberg-Alpen-Xanten gestern. Dass ihr dieses gewerkschaftliche Flaggezeigen gut gefallen würde, war unverkennbar: "Leider ist das mit den Maikundgebungen in Rheinberg ja immer weniger geworden, bis die Kollegen sich dann in andere Städte orientiert haben." Wer weiß: Vielleicht gelingt dem neuen Ortsverband die Umkehr.

In diesem Gremium sitzen 17 Gewerkschafter aus fünf Gewerkschaften. Davon fünf Frauen. In ihren Zielen sind sie sich einig mit den drei weiteren Ortsverbänden, die es im Kreis Wesel gibt. Kreisvorsitzender Michael Rittberger gestern: "Wir freuen uns, nun flächendeckend Gewerkschaftsarbeit leisten und Ansprechpartner bieten zu können." Auch, dass im Vorstand des neuen Ortsverbandes Rheinberg-Alpen-Xanten gestandene Betriebsräte ihre Erfahrung einbringen könnten. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten wird Rheinberg sein — wegen der Großbetriebe Solvay und Amazon. Doch man werde auch in den anderen Orten präsent sein.

Was hat sich die neue Gruppe vorgenommen? Karin Wolk: "Es geht um die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Natürlich." Ebenso wichtig sei aber auch die Eindämmung prekärer Arbeitsverhältnisse. "Wir arbeiten daran ehrenamtlich. Mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen", lud die Vorsitzende ein. Denn es gehe um Solidarität: "Wir erleben eine knochenharte Arbeitswelt mit immer höherem Druck, mit ausgedünnter Personaldecke und immer schnelleren Taktzahlen — und den daraus folgenden Erkrankungen. Vor allem psychischen." Gegen Arbeitgebermacht will der DGB-Ortsverband gewerkschaftliche Solidarität setzen. Karin Wolk: "Einen Finger kannste brechen — aber nicht eine ganze Hand".

Über Ziele und Wege, auf denen sie erreicht werden sollen, will der neue DGB-Ortsverband auch mit den Parteien und mit den Bürgermeistern aus seinem Einzugsbereich sprechen. Das dürften keine Runden mit unverbindlicher Plauderei sein, versicherte Karin Wolk: "Wir legen uns schon die passenden Themen zurecht." Auch wenn Betriebsarbeit und Tarife natürlich Sache der Einzelgewerkschaften sind, beschrieb Michael Rittberger: "Uns geht es um den politischen Rahmen der Gewerkschaftsarbeit." Die möchte der neue Vorstand übrigens liebend gerne auch in der jüngeren Generation stärker verankern, so Vorstandsmitglied Tim Schmidt.

(RP)