1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Sekundarschule Alpen hat vier Abschlussklassen feierlich verabschiedet

Schule in Alpen : Die Pandemie lehrt Anpassungsfähigkeit

Die Sekundarschule in Alpen hat am Montag einen mit vier Klassen starken Jahrgang mit unterschiedlichen Abschlüssen feierlich ins Leben verabschiedet. Wegen Corona mussten Zeugnisausgabe und Feten geteilt werden.

An die Schulzeit erinnert sich wohl jeder mehr oder weniger gerne zurück. Für die Schüler der vier Entlassklassen der Sekundarschule Alpen werden die letzten 15 Monate aber wohl auf ewig unvergessen bleiben. „Der ständige Wechsel zwischen Präsenz- und Digitalunterricht war für alle eine enorme Herausforderung. Umso mehr freut es uns, dass alle Schüler einen Abschluss erreicht haben“, sagte Schulleiterin Corina Schulz.

Die Pandemie hatte auch Auswirkungen auf den Abschluss selbst. So musste die offizielle Feier im PZ ebenso zweigeteilt stattfinden wie die Fete am Abend, zu der sich jeweils zwei Klassen auf dem Alpener Schulhof und dem Borther Sportplatz trafen. „Es war ein schwieriges Jahr. Wir haben nicht alles geschafft, was im Lehrplan stand, aber dafür habt Ihr gelernt, Euch immer wieder auf neue Situationen einzustellen und andere Kompetenzen erworben“, sagte Schulz in ihrer Ansprache an die Schüler gerichtet.

 Im zweiten Teil des feierlichen Morgens an der Gesamtschule erhielten die Abschlussklassen C und D ihre Zeugnisse.
Im zweiten Teil des feierlichen Morgens an der Gesamtschule erhielten die Abschlussklassen C und D ihre Zeugnisse. Foto: Armin Fischer (arfi)

Ähnlich äußerte sich auch Alpens Bürgermeister Thomas Ahls: „Der Abschlussjahrgang vor Euch hatte schon eine schwierige Phase hinter sich. Ihr musstet noch mal ein Corona-Jahr draufsatteln. Aber dadurch habt Ihr Erfahrungen gesammelt, die vielleicht viel wertvoller sind.“ Dann gab der Verwaltungschef als Freund von Klassentreffen den Schulabgängern noch den Rat: „Besorgt Euch die Klassenbücher. Später kommt Ihr da nicht mehr dran wegen des Datenschutzes.“

  • NRW-GEsundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einem Interview
    Corona-Newsblog : Frist verlängert - Solingen darf in Inzidenzstufe 2 bleiben
  • Der freischaffende Künstler Sven Raik Bernick
    Hückeswagener Hilfsfond : Corona-Hilfe für Künstler und Vereine
  • Die Corona-Pandemie hat für die Deutsche
    Lehren der Corona-Pandemie : Krankenhäuser fordern Neuordnung der Gesundheitslandschaft

 Sophia Zobel und Oliver Neth moderierten danach ein buntes Programm, bei dem die Schülerband mit dem Hit „Ein Hoch auf uns“ das Stimmungsbarometer trotz schwieriger Rahmenbedingungen hochschnellen ließ. Pastor Dietmar Heshe, der auch die Grüße von seinem verhinderten Kollegen Hartmut Becks ausrichtete, spracht an diesem besonderen Tag von einem Aufbruch: „Neues kann nur entstehen, wenn man Altes loslässt.“ Alexander Gwosch aus der 10 b ließ die Schulzeit mit einigen Anekdoten Revue passieren. So sei bei einem Ausflug ein Klassenkamerad im Spind vergessen worden. Ein anderer habe sich mit dem Kopf in einem Drehkreuz verheddert. Besonders bedauerlich, so Gwosch, sei der Ausfall der großen Abschlussfahrt. Er versprach: „Aber sobald Corona vorbei ist, organisieren wir eine freiwillige Klassenfahrt.“ Morad Bouras, Klassenlehrer der 10 a, betonte, dass die zwischenmenschliche Komponente nie zu kurz kommen darf: „Ich wünsche mir, dass Ihr Euch zu freundlichen Charakteren entwickelt, die Streit vermeiden und Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen.“

Dass nach der Sekundarschule alle Türen offenständen und der Lebensweg nicht immer geradlinig verlaufe, machte Stefan Dormann an seiner eigenen Vita deutlich. So hat der Klassenlehrer der 10 b nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Energieelektroniker abgeschlossen, sein Diplom gemacht und ist erst vor vier Jahren für die Fächer Mathematik und Physik als Quereinsteiger an die Sekundarschule gekommen. Zum Abschied haben ihm seine Schüler für herausragende Leistungen einen „Oscar“ verliehen. Am Ende lüftete Dormann ein Geheimnis: „Immer wenn Ihr unruhig wurdet, habe ich mir das T-Shirt mit dem schlafenden Löwen übergezogen und gedacht: Einen richtigen Löwen stört’s nicht, wenn die Schafe blöken.“ Selbst schwierige Zeiten ließen sich mit Humor ertragen.