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Seit 30 Jahren bringt die Annemarie-Mäckler-Stiftung Segen für Alpen

Stiftungen in Alpen : Annemarie Mäckler – Gönnerin für Alpen

Der Name der Stifterin ist auch 30 Jahre nach ihrem Tod unvergessen. Mit der nach ihr benannten Mäckler-Madaille werden Menschen ausgezeichnet, die sich in herausragender Art um Kinder, Jugendliche und alte Menschen kümmern.

Die Jugendburg an der Lindenallee war ein außergewöhnliches Gebäude. In expressionistischem Stil, in dem Backstein- und Putzflächen wechselten, spielte sie architektonische mit Türmen und Plateaus als Elementen einer mittelalterlichen Burg. So ist sie im Gedächtnis der Alpener geblieben, obwohl sie vor mehr als 50 Jahren zu Ende abgerissen worden ist.

Heute werden außergewöhnliche Menschen mit einer Medaille ausgezeichnet, die von dieser Jugendburg geziert wird – zuletzt vor zwei Jahren Maria Thelen, die im Sozialen Dienst des Marienstifts Alpen tätig ist, Thomas Haß, bis 2020 Jugendleiter und Diakon der Evangelischen Kirchengemeinde Alpen, sowie Irmgard Gräven, die rund 15 Jahre mit großem Engagement den Kinderschutzbund geleitet hat. 2005 hatte Alt-Bürgermeister Wilhelm Jansen als langjähriger Vorsitzender des Hauses der Geschichte in Veen, die Medaille verliehen bekommen.

Das gute Stück misst acht Zentimeter im Durchmesser und trägt den Namen einer außergewöhnlichen Frau: Annemarie Mäckler, die 1914 geboren wurde und 1991 gestorben ist. Die langjährige Berlinerin, die eine Ausbildung auf einer Kunstgewerbeschule durchlaufen hatte, initiierte zu Lebzeiten die Gründung der Annemarie-Mäckler-Stiftung. So ist sie in den Gedanken der Alpener geblieben wie die Jugendburg, obwohl ihr Leben schon vor 30 Jahren zu Ende gegangen ist.

 Die Jugendburg schmückt als Motiv die Mäckler-Medaille.
Die Jugendburg schmückt als Motiv die Mäckler-Medaille. Foto: got
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„Die Annemarie-Mäckler-Medaille ist sozusagen das Alpener Bundesverdienstkreuz“, sagt Kurt Verhülsdonk als Mitglied des Stiftungsvorstands und schmunzelt. „Sie wird aber seltener verliehen. Nur außergewöhnlichen Personen, die sich in ganz herausragender Weise für Kinder und Jugendliche sowie für Senioren in der Gemeinde Alpen eingesetzt haben, wird sie verliehen. Die Hilfe für Kinder und Jugendliche sowie für Senioren ist auch der Stiftungszweck.“

Den hatte die wohlhabende Witwe des einstigen Berliner Molkereibesitzers Eduard Paul Mäckler selbst festgelegt, nachdem sie 1981 von Berlin an die Ulrichstraße nach Alpen gezogen war, wo sie bescheiden lebte. 1988 lernte sie bei einem Fest der Nachbarschaft „Alt-Reekwall“ Bernhard Paßens kennen, der von 1984 bis 1989 ehrenamtlicher Bürgermeister in Alpen war. Er stellte Kontakt zum damaligen Gemeindedirektor Wilhelm Jansen her.

Da Annemarie Mäckler keine nahen Angehörigen hatte, denen sie ihr Vermögen vermachen konnte, entwickelte sich der Gedanke, das Vermögen nach ihrem Tod in eine Stiftung mit ihrem Namen fließen zu lassen, die von der Gemeinde Alpen verwaltet werden sollte. „In den 1990er Jahren konnte die Stiftung jährlich bis zu 60.000 D-Mark ausschütten“, erinnert sich Bürgermeister Thomas Ahls. „Im Laufe der Jahre ist der Ertrag infolge des niedrigen Zinsniveaus zurückgegangen.

Heute kann die Stiftung jährlich 9.500 Euro an Ertrag verteilen. Damit die höher ausfallen, hat die Stiftung vor einigen Jahren das Vermögen von festverzinslichen Anlagen in Wertpapieranlagen umgeschichtet. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrem Bestehen mehr als 800.000 Euro ausgeschüttet.“

„Die Stiftung gibt vielen Vereinen Planungssicherheit“, sagt Peter Nienhaus als Mitglied des Stiftungsvorstands. „Sie wissen, dass sie von der Annemarie-Mäckler-Stiftung und der Helmut de-Lattré-Stiftung bedacht werden.“ Beiden Stiftungen werden über das Rathaus verwaltet. Sie unterstützen zahlreiche Aktionen und Projekte, zum Beispiel die Alpener Ferienspiele, den Alpener Kinderkarneval, den Musik- und Literaturkreis Alpen, den Tag der Jugend bei der Alpener Kirmes oder die Alpener Pfadfinder, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im jährlichen Wechsel mit den Alten-Einrichtungen in der Gemeinde erhalten alle Kindergärten jeweils 100 Euro aus dem Stiftungsertrag. Zuletzt kamen die Kita-Leitungen dazu im Waldkindergarten der Wurzelzwerge zusammen, die unweit der Stelle spielen, wo einst Alpens Jugendburg stand.

(got)