Rheinberg: "Sehr gut" für die Realschule

Rheinberg: "Sehr gut" für die Realschule

Die Rheinberger Realschule erhält für drei Jahre das selten vergebene Qualitätssiegel "Individuelle Förderung". Damit wurde ein pädagogisches Förderkonzept ausgezeichnet, das sich bereits an der Schule bewährt hat.

Die intensive Vorbereitung, das Ausfüllen umfangreicher Bewerbungsunterlagen hat sich gelohnt: Die Realschule Rheinberg wurde vom Schulministerium mit dem Gütesiegel "Individuelle Förderung" ausgezeichnet. Schulleiter Norbert Giesen gestern: "Wir bekommen sozusagen die Siegerurkunde. Trainiert haben wir vorher." Seit fünf Jahren werde das Konzept erfolgreich umgesetzt.

Frohe Botschaft aus Düsseldorf

Bereits vor den Sommerferien hatte eine Kommission die Schule an der Dr.- Aloys-Wittrup-Straße besucht, um sich das Konzept ausführlich erläutern zu lassen. Noch in den Winterferien kam dann die frohe Botschaft aus dem Düsseldorfer Ministerium für Schule und Weiterbildung: Das Gütesiegel ist bewilligt. Eine rare Auszeichnung, verriet Schulleiter Giesen.

Realschüler sind erfolgreich

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Die individuelle Förderung der 660 Köpfe starken Schülerschaft hat sich die Realschule schon seit einigen Jahren auf die Fahne geschrieben. Sie weiß um die Nachhaltigkeit wie auch schulischen Erfolge. "Uns geht es darum, Schwächen aufzuarbeiten und Stärken zu fördern", meint Barbara Mennekes, 2. Konrektorin. Die Förderung ist messbar, der Erfolg motiviert und stärkt. Die Zahl der Wiederholer halbierte sich und liegt unter dem Landesdurchschnitt. Schüler identifizieren sich mit "ihrer" Schule, Zerstörungen und Schmierereien kommen so gut wie nicht vor. Realschüler, die zum Abitur auf das Gymnasium wechseln, sind erfolgreich.

Das breit aufgestellte Konzept zur individuellen fachlichen wie sozialen Förderung greift nicht erst dann, wenn die Versetzung gefährdet ist oder der Schulverweis droht, sondern ist netzwerkartig und durchgängig von der fünften bis zehnten Klasse mit verschiedenen Förderebenen anzutreffen. Etwa in "Plusstunden" wird in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik in kleinen Gruppen gefördert. Konkret: Fünft- und Siebtklässler arbeiten Unterrichtsstoff auf. Ein Gewinn für alle Beteiligten: Für die Siebtklässler ist es eine Wiederholung, für die Fünftklässler Festigung von Unterrichtsstoff. Ähnliches gilt für das Lernbüro in der Mittagspause, wo in kleinen Gruppen Lernstoff intensiv in kurzer Zeit aufgeholt wird.

Für das Lehrerkollegium ist das Konzept der individuellen Förderung längst ein praktikables Arbeitsutensil und gibt auch Eltern Sicherheit. Der jeweilige Fachlehrer vermerkt auf einer Art Laufzettel die Knackpunkte und den Förderbedarf, ein Protokoll begleitet und sorgt für Transparenz innerhalb der Fördereinheiten. Ähnlich verhält es sich mit Fördermaßnahmen, die schulintern ausgebildete Neunt- und Zehntklässler in Tutorien Mitschülern anbieten. Das individuelle Förderkonzept sorgt für Transparenz und scheint auch auf Schülerseite die Selbstreflexion zu stärken, "Schüler fragen gezielt nach Hilfen", so Barbara Mennekes.

(RP)
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