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Rheinberg: Segel-Spaß für Gastkinder aus Gomel

Rheinberg : Segel-Spaß für Gastkinder aus Gomel

90 Kinder aus der Region um den Katastrophen-Reaktor von Tschernobyl erholen sich in diesem Jahr am Niederrhein.

Die weißen Segel auf dem idyllisch gelegenen Lohheider-See bei Baerl blähen sich im Wind. Die Boote gleiten lautlos über das Wasser, die Sonne scheint vom blauen Himmel und bis auf die überdachte Terrasse des gemütlichen Clubheims des Wassersportvereins Rheinkamp (WSVRh) ist fröhliches Kinderlachen zu hören. Ausgerüstet mit Schwimmwesten, genießen zahlreiche Kinder aus Gomel und ihre Gastgeber die Ausfahrten mit den Segelsportlern.

Der WSVRh war am Samstagnachmittag zum wiederholten Male gerne Gastgeber für das "Kinderhilfswerk Gomel" und zählt zu den Vereinen am Niederrhein, die Manfred Hainke, Vorsitzender der Hilfsorganisation mit derzeit rund 140 Mitgliedern, seit Jahren unterstützen. Gomel? Tschernobyl? Ist das bis dahin unfassbare Unglück, das sich am 26. April 1986 im ukrainischen Prypjat nahe Tschernobyl ereignete, bei den Niederrheinern überhaupt noch präsent? Bei Manfred Hainke auf jeden Fall. "Mit den Folgen der Kernschmelze und der Explosion im dortigen Reaktor müssen auch heute noch die Bewohner der Region leben, gesundheitliche Beeinträchtigungen akzeptieren", begründete er sein uneingeschränktes Engagement, um den Kindern seit Jahren eine Erholungsreise an den Niederrhein zu ermöglichen. "Freizeit, Spaß und Entspannung stehen dabei im Fokus", so Manfred Hainke. Und dann gibt es ja auch noch den Aspekt, dass die Luftveränderung und gesunde Ernährung das Immunsystem stärken können.

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Insgesamt 90 Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren und zehn Erwachsenen als Begleitpersonen konnte das "Kinderhilfswerk Gomel" in diesem Jahr die Fahrt ermöglichen. "Das ist bereits die zweite Generation, denen wir helfen. Nach 28 Jahren sind die Spuren noch da, viele Kinder haben gesundheitliche Probleme", so Hainke. Das bestätigt auch Irina Wordomazkaja, die als Ärztin die Gruppe begleitet, und seit Jahren die positiven Fortschritte in Auswertungen dokumentiert.

Manfred Hainke dankt allen Sponsoren - ohne deren finanzielle und materielle Leistungen wäre der Aufenthalt der Gastkinder nicht realisierbar. Ein Wermutstropfen fällt allerdings in die Bilanz, wenn Hainke an die Spendenintensität von Privatleuten denkt. Doch dank der Unterstützung der Sparkasse am Niederrhein, des Lions-Club Kamp-Lintfort und der Solvay-Werke Rheinberg waren auch in diesem Jahr der Bustransfer und andere Aktionen gewährleistet.

Glücklich ist Hainke über die zahlreichen Initiativen von Vereinen wie etwa des Trecker-Museums Sonsbeck, wo man erneut zu Gast war oder vom Fest auf dem Abenteuerspielplatz Bönninghardt, das die SPD Alpen organisierte. "Am Dienstag, 15. Juli, sind wir zu Besuch auf dem Anwesen des Alpener Bürgermeisters Thomas Ahls", sagte Hainke. Zum zweiten Mal ist die Feuerwehr in Sonsbeck am nächsten Samstag Gastgeber, und in der Budberger Reithalle heißt es am 21. Juli für alle Lebewohl sagen beim großen Abschiedsfest.

Zu den Gastgebern zählt erstmals Barbara Wahl aus Orsoy, die mit ihrem Enkel Levin (7) den achtjährigen Kostya betreut. "Die Kinder verstehen sich prima, haben keine Sprachbarrieren, Spielen mit Legos, machen Radtouren, toben auf dem Spielplatz. Ein Fahrradhändler aus Orsoy hat Kostya ein Rad zur Verfügung gestellt", freut sich Barbara Wahl. Im Vorfeld nahm sie bereits Kontakt zu den Eltern in Gomel auf, im nächsten Jahr möchte sie Kostya gerne wieder als Gast begrüßen.

(RP)