1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Seeadler von der Bislicher Insel macht's Investoren in Windkraft schwer

Windradbau in Alpen : Der Seeadler stört, auch wenn er nicht fliegt

Beobachter sehen keinen Anhaltspunkt für Flüge. Trotzdem stockt der Plan für Windkraft in Winnenthal.

Der Seeadler auf der Bislicher Insel durchkreuzt auch die Windradpläne in Winnenthal. Jemand will ihn da mal kreisen gesehen haben. Aber Fachleute schließen nach eingehender Beobachtung aus, dass der seltene Vogel seinen Radius bis dahin gezogen hat. Dennoch ist der Ärger im Rathaus vernehmbar, weil man in Sachen Windenergie schon eine Menge Geld ausgegeben hat, aber keinen Schritt weiterkommt. Bürgermeister Thomas Ahls ließ im Ausschuss für Bauen und Planen erkennen, dass er nur wenig Verständnis für das Zaudern im Weseler Kreishaus hat.

Ein Investor möchte im Bereich Winnenthal fünf Windriesen bauen. Um den Plan umsetzen zu können, muss die Gemeinde den Flächennutzungsplan auf einen neuen Stand bringen. Als Steuerungsinstrument muss sie unter anderem sogenannte Konzentrationszonen für Windkraft festlegen. Im Blick hat man im Rathaus vornehmlich die Fläche in Winnenthal und eine auf der Bönninghardt. Laut Bauamt gibt es für beide Standorte nachhaltiges Interesse von Investoren.

Um zügig vom Fleck zu kommen, so Planer Volker Schlicht, will man aus dem Verfahren zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans für Windkraft auskoppeln, weil der Regionalplan erhebliche Verspätung hat und bremst. „Wir streben daher einen sachlichen Teilflächennutzungsplan für die Windkraft an“, erläuterte Schlicht.

In dem Zusammenhang habe der Kreis als Untere Naturschutzbehörde die Gemeinde aufgefordert, gutachterlich checken zu lassen, ob der Adler in Winnenthal fliegt. Irgendjemand will den Vogel dort gesehen haben. Die Beobachter des Planungsbüros aber haben den Seeadler ein ganzes Jahr lang nicht ein Mal in den Luftkorridor eindringen sehen, so Schlicht. Das Ergebnis liege seit Herbst auf dem Tisch. „Ein wunder Punkt“, sagte Ahls auf Anfrage der Grünen. Obwohl die Untersuchung rund 80.000 Euro gekostet habe, stockt’s. Der Bürgermeister stellte die Frage in den Saal, wer am Ende das Gutachten bezahlen müsse. Ahls denkt offenbar daran, mit der planerischen Entwicklung der Teilfläche auch ohne Go aus Wesel zügig in die Offenlage zu gehen. Eine Beschränkung für drehende Windräder auf Nachtbetrieb – wie in Ginderich – wenn der Adler nicht fliegt, sei keine Option.

Übrigens ist der geplante Standort Bönninghardt, wo sich bis zu vier Mühlen drehen sollen, nicht störungsfrei. „Hier soll ein Uhu fliegen“, sagte Schlicht.