Rheinberg: SCI holt den Schrott aus der Wohnung

Rheinberg : SCI holt den Schrott aus der Wohnung

Die Stadt Rheinberg macht ab Mitte Dezember mit beim Modellversuch: Wertstoffsammlung mit gutem Service.

Unbrauchbares müssen die Rheinberger nicht mehr schlichtweg "in die Tonne kloppen" oder an die Straße stellen — vorausgesetzt, er hat noch irgendeinen Wert: Möglichst schon ab Mitte Dezember macht die Stadt nämlich mit beim Pilotprojekt "haushaltsnahe Wertstoffsammlung". Der Betriebsausschuss war äußerst angetan von den Perspektiven, die seinen Mitgliedern nun vorgestellt wurden.

Den Rheinbergern wird demnach zusätzlich zur üblichen Abfallsammlung angeboten, Wertstoffe im Haushalt abholen zu lassen. Klartext: Der defekte Kühlschrank kann aus der Wohnung geholt werden, die Waschmaschine aus dem Keller. Auch bei Haushaltsauflösungen können die Rheinberger auf Unterstützung durch den Dienstleistungsbetrieb (DLB) zählen. Denn seine bisherigen Leistungen werden durch die neuen Angebote abgerundet.

Das Pilotprojekt gefällt mit einer Reihe von Vorteilen: Zum einen wird gegenüber "klassischen" Sperrmüllsammlungen das Risiko des "wilden Mülls", ausgeschlachtet in der Landschaft stehender Kühlschränke und herumfliegender Reste erheblich verringert. Außerdem berücksichtigt es den demographischen Wandel: Immer mehr Menschen macht das Heraustragen der zumeist schweren oder sperrigen Gegenstände erheblich zu schaffen, schildert die Verwaltung in ihrer Beratungsvorlage zur Sitzung des Betriebsausschusses.

Rheinberg operiert nicht im "luftleeren Raum". Erste Erfahrungen gibt es im Nachbarort Kamp-Lintfort: Dort wird das neue Angebot gut angenommen: "Die Zielgruppen — auch über die privaten Haushalte hinaus — haben sofort auf das für sie kostenlose Leistungsangebot reagiert." Deshalb will Kamp-Lintfort diese Dienstleistungen auch über die Pilotphase hinaus anbieten. Rheinbergs DLB möchte sich an dem Projekt beteiligten, um frühzeitig einen ersten und entscheidenden Schritt zur getrennten Sammlung von Wertstoffen im Sinne der neuen gesetzlichen Regelungen zu tun. Die Dienstleister an der Bahnhofstraße sehen darin eine sinnvolle Ergänzung und Abrundung des Angebots an die Haushalte sowie eine Chance, dem Wachsen des "wilden Mülls" entgegenzuwirken.

Besonderen Charme entfaltet die finanzielle Seite des Angebots: Städtische Mittel werden nicht benötigt. Für die Teilnahme am Pilotprojekt muss der Stadtrat nur beschließen, die Aufgabe der Wertstoffsammlung für diese Zeit auf den Kreis Wesel zu übertragen. Dieses Vorgehen empfahl der Betriebsausschuss einstimmig — davon ausgehend, dass sich die Aktion auch über die Pilotphase hinaus finanziert.

Der DLB muss die neue Aufgabe nicht mit dem bisherigen Personal stemmen: Der Kreis Wesel hat mit dem SCI Moers einen Partner zur Durchführung des Projektes gefunden. Dabei geht man davon aus, dass drei Personen für die Disposition der Sammlung, fürs Einsammeln der Wertstoffe aus privaten Haushalten, für Transport zur Kreis Weseler Abfallentsorgung inklusive Abladen und für die Entrümpelung von Wohnungen gebraucht werden.

(RP)
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