Rheinberg: Sammlern fehlt der Nachwuchs

Rheinberg: Sammlern fehlt der Nachwuchs

Der Rheinberger Philatelistenklub besteht seit 45 Jahren und hat noch 30 Mitglieder. Dass junge Leute ausbleiben, kann auch mit den Kosten für die gezackten Wertzeichen zu tun haben. Rund 100 Besucher beim Großtauschtag.

Ein Briefmarkensammler versucht seine Sammlung immer zu komplettieren. Das machte KarlHeinz Rogmann aus Ratingen klar, der den 25. Großtauschtag für Briefmarken, "Ganzsachen" und Münzen in der Rheinberger Stadthalle besuchte. Ausrichter war der Rheinberger Philatelistenklub von 1965, der gleichzeitig sein 45-jähriges Bestehen feierte. "Beim Sammeln kommt es mehr auf die ideellen Werte an. Manchmal sucht ein Sammler auf Tauschbörsen zehn bis 15 Jahre nach einer bestimmten Marke, die in der Sammlung fehlt und gar nicht viel wert ist. Und plötzlich findet man diese Marke – das macht den Spaß und die Freude aus", erzählt der Sammler aus Ratingen.

Man erwirbt Wissen

Aber nicht nur die Sammelleidenschaft begründe die Faszination für die kleinen gezackten Bilder. Auch das Wissen, das ein Sammler durch die Marken erhält, sei Bestandteil der Leidenschaft: "Man beschäftigt sich mit der Geschichte und den Motiven der Marken", so Rogmann. Und die Auswahl an Motiven ist schier grenzenlos. Ob Tiere, Sportler, Autos oder berühmte Persönlichkeiten, unzählige Motive zieren die Postwertzeichen.

Der Rheinberger Philatelistenklub wünscht sich, dass mehr junge Menschen ihr Interesse für Briefmarken entdecken. "Wir haben sogar einen Jugendtisch aufgestellt, wo sich Jungsammler Päckchen mit Briefmarken kostenlos aussuchen dürfen", wie der Vereins-Schriftführer Manfred Reinhardt erklärte. "Es wäre schön, wenn einige junge Interessierte kommen."

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Dass aber immer weniger junge Menschen mit der Sammelei anfangen, kann Reinhardt verstehen: "Die Marken werden von Jahr zu Jahr teurer. Die gesamten deutschen Briefmarken nur für Januar in ihren verschieden Variationen kosten zirka 105 Euro. Das können junge Sammler doch gar nicht bezahlen", kritisiert der Schriftführer.

Immer weiter suchen

Am 15. Februar 1965 wurde der Club im alten Feuerwehrhaus Rheinberg von zehn Briefmarkensammlern gegründet. Auch Friedhelm Küpper ist Gründungsmitglied und trägt immer noch das gleiche Sammelfieber in sich wie zu Anfang. "Natürlich hat man auch nach all den Jahren immer noch fehlende Marken, aber es wird fleißig weiter gesucht", erläuterte der Vereinsvorsitzende.

Rund 100 Briefmarkenfreunde schlenderten an den mit Briefmarkenalben bepackten Tischen im Stadthaus vorbei – auf der Suche nach der besonderen Marke. Vorsichtig durchblätterte auch Josef Fonken aus Krefeld mehrere Alben auf der Suche nach englischen Marken. Immer wieder zog er einige gezackte Postwertzeichen mit der Pinzette aus einem Album und hielt sie gegen das Licht: "So kann ich sehen, ob die Marke mit Phosphorstreifen durchzogen ist. Ich suche Marken, die mehrere Phosphorstreifen haben", erklärte der Sammler.

(RP)