Rheinberg: Riesenspaß mit Toren von der Stange

Rheinberg: Riesenspaß mit Toren von der Stange

Fußballspaß mal ganz ohne Grätschen, Abseits und ausgefeilte taktische Raffinessen bot der Reiterverein Eversael jetzt bei seinem siebten Humankicker-Turnier in der Halle am Sandweg in Budberg, an dem zehn Teams teilnahmen.

Die Tore fielen dabei buchstäblich von der Stange, denn wie bei dem bekannten Kneipenkicker hatte jeder Teilnehmer seinen festen Platz in dem aufgeblasenen Spielgerät der niederrheinischen Gaswerke. "Wir wollen nicht nur Reitturniere ausrichten, sondern auch mal was anderes anbieten; immerhin gehört zu unseren Vereinszielen auch die Förderung des Sports und der Jugend", erklärte Vereinskassierer Jörg Gierling.

Rund 250 Besucher und Aktive feuerten ihre Favoriten am Rande der 14 mal acht Meter großen Arena an. Für die entsprechende Stimmung sorgte "Stadionsprecher" Till Harting mit lockeren Kommentaren wie diesem: "Wunderbar mit der Hühnerbrust gestoppt und direkt weitergeleitet zum 3:1 Endstand." Die Grundausrichtung der Teams ist mit einem Torwart, drei Mittelfeldakteuren und zwei zentralen Stürmern systembedingt überschaubar, für ausgeklügelte Spielzüge bleibt daher kein Raum. Aber darauf kommt es sowieso nicht an, sagt Gierling: "Beim Humankicker steht der Teamgeist im Vordergrund, denn an der Stange müssen alle in dieselbe Richtung gehen und das blitzschnell."

Verlierer gibt es nicht, jedes Team bekommt einen Pokal. Ohnehin hat das Turnier einen eher familiären Charakter, denn die Eversaeler Reiter nutzen die Veranstaltung, um befreundete Vereine und Gruppen einzuladen. Dazu zählte auch das OP-Team des Kamp-Lintforter St.-Bernhard-Hospitals. Die Operateure sprühten nur so vor Ehrgeiz und das, obwohl sie gleich zu Beginn einen Dämpfer hinnehmen mussten. "Das erste Spiel haben wir knapp mit 3:5 verloren, aber wir haben dennoch das Potential, ins Endspiel zu kommen", gab sich Heike Völkel zuversichtlich. Ihre Teamkollegin Nina Wegmann erklärte, wie das gelingen sollte: "Immer schön ruhig bleiben, den Stürmern den Ball auflegen und dann ab damit ins lange Eck." Das klappte nur gelegentlich, und so mussten sich die Medizinerinnen am Ende mit einem achtbaren achten Platz zufriedengeben.

Mit Grillwürstchen und einem Kaltgetränk bereitete sich die Nachbarschaft "Eversaeler Lattenschuss" auf ihr nächstes Match vor, während der Nachwuchs in der Hüpfburg tobte. "Wir sind nicht besonders gut, aber unser Wille ist riesengroß, damit spielen wir unsere Gegner in den Sand", drohte Birgit Nenninger und sollte halbwegs recht behalten, was der fünfte Platz in der Endabrechnung deutlich machte.

Nach 20 packenden Vorrundenspielen besiegte am Abend der Grenadierzug Eversael im Finale das Team Kick Tipp und sicherte sich damit den Siegerpokal. Im Spiel um Platz drei gewann der RV Dinslaken-Hiesfeld gegen Team Dom Tom GmbH.

Bei der abschließenden After Soccer Party gerieten dann auch die unglücklichsten Niederlagen schnell in Vergessenheit.

(erko)