Alpen: Richtfest auf der Feuerwehr-Baustelle

Alpen: Richtfest auf der Feuerwehr-Baustelle

Nach der Fertigstellung des Rohbaus für das neue Gerätehaus zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz, auch wenn der frostige Winter Zeit gekostet hat. Zahlreiche Festgäste überzeugten sich vom Fortgang. Nur die FDP fehlte.

Sieben satte Schläge reichten. Dann war der lange Nagel im Gebälk versenkt. Wenn das kein Glück bringt. "Kamerad schenk ein!" - Zimmerermeister Helmut Wewers ließ beim Richtfest auf der Baustelle Feuerwegerätehaus gestern am frühen Abend nach jedem Vers hoch oben über Alpen ein halbes Dutzend Male einschenken. Die Schnäpskes verfehlten ihre Wirkung nicht. Der Meister im Korb der ausgefahrenen Feuerwehrdrehleiter war von der Treffsicherheit des Bauherrn, Bürgermeister Thomas Ahls, durchaus beeindruckt: "Das hab' ich ja noch nie erlebt."

Auch Marc Dickerboom am Steuerknüppel der Drehleiter machte ebenfalls einen tadellosen Job. Dickerboom steuerte den Richtkranz millimetergenau an die Stelle, die dafür vorgesehen war. Nach gut sieben Monaten - um 17.31 Uhr war der Rohbau gekrönt, bunte Bänder flatterten im Abendlicht. Zahlreichen Festgäste, darunter zahlreiche Feuerwehrkameraden und Vertreter des Rates waren Zeugen des symbolischen Festaktes. Nur die FDP - Kritikerin des Neubaus - glänzte durch Abwesenheit.

Zuvor hatte Architektin Bettina Kempen vom Büro Kempen & Kleinheyer aus Krefeld das Ergebnis der Arbeit gelobt: "Die Leute verstehen ihr Handwerk. Solche Firmen braucht man, um so ein ungewöhnliches Gebäude hinzukriegen." Das neue Gerätehaus will weit mehr sein als ein funktionales Bauwerk. Es soll auch Lust machen, sich der Freiwilligen Feuerwehr anzuschließen, also dem Kräftemangel vorzubeugen. Bettina Kempen sprach vom Versuch, "mit ungewöhnlichen Ideen, für Menschen, die außergewöhnlichen Einsatz zeigen, ein außergewöhnliches Haus zu schaffen." Dabei sind die Akteure schon ein gutes Stück vorangekommen, obwohl der lange, frostkalte Winter arg gebremst hat.

Doch es herrscht weiter Zuversicht, das "Hybridhaus - aus Stein, Holz und Stahl" - spätestes zu Beginn des nächsten Jahres übergeben zu können. In der kommenden Woche vergibt der Bauausschuss die nächsten Aufträge. Architektin und Bauherr geben sich optimistisch, dass trotz galoppierender Preise in Baubranche der inzwischen auf sechs Millionen Euro gedehnte Kosenrahmen passt. "Wir haben's im Auge und tun alles dafür", sagte Bettina Kempen auf Nachfrage.

Alpens Feuerwehrchef Michael Hartjes bekräftige bei seiner Begrüßung der Festgäste mehrfach, dass es keine Alternative zum Neubau gegeben habe: "Ja es musste sein." Dann bedankte er sich bei der Politik für die unverzichtbare Unterstützung. Wie wichtig das sei, machte er mit wenigen Zahlen deutlich. Die Zahl der jährlichen Einsätze seiner mit rund 100 Leuten unverändert starken Truppe habe sich im zurückliegenden Jahrzehnt nahezu verdoppelt.

Die ehrenamtliche Einsatzbereitschaft, die immer höheren Anforderungen genügen müsse, hob auch Bürgermeister Ahls noch mal deutlich hervor: "Das ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen."

Das noch luftige Gebäudegerüst - Fahrzeughalle als Stahlwerk-Skelett und Sozialtrakt im Holzrahmenbau - steht fast komplett und zeichnet das Gebäude-Doppel schon ziemlich exakt. Doch erst ein Drittel des Budgets ist verbaut. Es bleibt also noch einiges zu tun, bis der versprochene Hingucker steht.

(bp)