Rheinberg: Rhinberkse Jonges sorgen für Stimmung

Rheinberg: Rhinberkse Jonges sorgen für Stimmung

Zahlreiche "Eigengewächse" und Freunde traten in der Stadthalle auf. Mit dabei waren auch viele Gastvereine.

Die Rhinberkse Jonges haben mal wieder ganze Arbeit geleistet und die Stadthalle zur fünften Jahreszeit in ein farbenprächtiges Tollhaus verwandelt. Zur guten Stimmung trugen auch die vielen Gastvereine aus Rheinberg, Alpen und Kamp-Lintfort bei, die das närrische Volk pausenlos animierten.

Nach der Eröffnung durch Präsident Clemens Geßmann folgte ein gemischtes Programm, das die Narren vom Start weg abheben und im wahrsten Sinne des Wortes über den Wolken schweben ließ. Von dem Reinhard-Mey-Klassiker begleitet hieß es Bühne frei die Stewardessen der "Lilokis Airlines". Wie schon im Vorjahr brachten sie als Eisbrecher mit einem fulminanten Showtanz das Saalpublikum auf Betriebstemperatur. Nicht dass Georg Welp diese Vorarbeit gebraucht hätte, aber mit seiner langjährigen Erfahrung als "Münsterländer Kiepenkerl" nahm er die Stimmung natürlich dankbar auf. "Ich war acht Jahre Messdiener, mir ist nie was passiert. Ich glaub, ich war nicht hübsch genug", erklärte Welp auf seine gewohnt pulvertrockene Weise.

Dr. Peter Houcken überzeugte mit äußerst geschliffener Rede. Foto: Armin Fischer (arfi)

Dann folgte ein verklärter Rückblick auf die närrischen Abende im alten Kamper Hof: "Die Toilette war so klein, da standest du auf engstem Raum mit dem Pastor, dem Präsidenten der Rhinberkse Jonges, dem Bürgermeister und Frau Kaltenbach. Heute befinden sich dort geruchsfreie Fliesen und der Raum ist so edel, dass du dir schon vorher die Hände wäschst." Für diesen Vortrag gab es für den Präses der Kolpingsfamilie die erste Rakete des Abends und die Erkenntnis von Clemens Geßmann: "Für einen Zugezogenen bist du ein guter Rheinberger." Die Büttensitzungen der Rhinberkse Jonges leben vom Einfallsreichtum der vielen Eigengewächse und Freunde. Das bewiesen auch die "Filutschis" mit ihrer "Happy Feets"-Nummer. Nach dem Motto "... und dann die Füße zum Himmel" schwangen sie die Latschen ihrer hässlichen Puppen zum Takt und bereiteten damit die Lachmuskeln der Jecken für den nächsten Auftritt vor. Dass ausgerechnet ein Zahnarzt für die lautesten Lachsalven sorgt, ist im Rheinberger Saalkarneval schon Tradition. In diesem Jahr stellte sich Dr. Peter Houcken als einzig geeigneter Bürgermeister Berkas vor, wie immer in herrlichster Reimform. Klar, dass er da direkt steil ging und vor seiner Gegenkandidatin warnte: "Das Bild der Frau, wie kann das trügen, oft schlimmer noch als Männer lügen."

Georg Welp erzählte von seiner Zeit als Messdiener. Foto: Armin Fischer (arfi)

Die "Ollen Dollen" mit Vizepräsident Wolfgang Rams lieferten in diesem Jahr eine spritzige Poolparty. Stramme Männerwaden und gekonnte Akrobatik sorgten nicht nur für die nächste Rakete, sondern auch für lautstarke Zugabe-Forderungen.

Rheinbergs Bürgermeisterkandidatin Rosemarie Kaltenbach war auch Thema beim "Thekentratsch" von Fränzi Bröcking und Paul van Holt: "Die Rosi hat sich jetzt vom Schuster die Absätze vorne dran machen lassen, weil es demnächst nur noch bergauf geht." Beim flotten Showtanz der "Papillonis" als rosa Barbies nutzte Prinz Markus II. die Gelegenheit und schwang das Tanzbein. Die "Wodnods" als "KiKa-Markus Rasselbande" sowie Georg's Welpen mit ihrem Sprachkurs "Karneval-Englisch" waren weitere Höhepunkte des Abends. Dazu zählte traditionell der Auftritt der "Berkas", die ihrem Namen mit der Liedzeile "Du bist die Stadt, der wir die Treue halten, weil du so schön bist", alle Ehre machten. Das Finale wurde vom Gardetanz der Stadtwache unter der Leitung ihres Kommandanten Mathias Plugge gestaltet.

(erko)