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Rheinberger Stadthaus: Abstraktes zwischen Schwarz und Weiß

Kunst im Rheinberger Stadthaus : Abstraktes zwischen Schwarz und Weiß

Die Xantener Malerin Christiane de Vries zeigt noch bis zum 2. September 70 ihrer Gemälde im Foyer des Rheinberger Stadthauses. „Ich versuche ständig, die Schönheit im Unperfekten zu finden“, sagt die 55-jährige Künstlerin.

Das Foyer des Rheinberger Stadthauses ist seit Beginn dieser Woche wieder ein Anlaufpunkt für Kunstfreunde. Mit der Ausstellung „zeitweise“ macht die Xantener Künstlerin Christiane de Vries auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass es kein Meer von Farben braucht, um ausdrucksstarke Kunstwerke zu kreieren.

Für ihre Bilder nutzt die Malerin ausschließlich den natürlichen Farbraum zwischen Schwarz und Weiß, mischt für die Ausgestaltung ihrer Werke unzählige Grau- und Brauntöne und lässt damit abstrakte Ansichten entstehen, die schlichte Schönheit und anspruchsvolle Tiefe in sich vereinen. Möglich macht sie das, indem sie ihre Bilder in vielen Schichten und mit unterschiedlichen Strukturen anfertigt.

Eingeschränkt fühlt sich Christiane de Vries deshalb nicht, im Gegenteil: „Es gibt den Bildern etwas Morbides, sie bekommen eine Patina. Ich verzichte auch auf Farben, weil es mich bestätigt“, erläutert sie. Der Verzicht auf Farben und gängige Muster habe aber noch einen tieferen Hintergrund, erzählt die 55-Jährige: „Ich versuche ständig, die Schönheit im Unperfekten zu finden. Mein Vorbild ist die Natur. Sie wandelt sich ständig, ist nie vollendet oder perfekt aber immer authentisch.“

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Dabei stehen am Anfang stets die Ungewissheit, die leere Leinwand und der Blick nach innen. „Wenn ich beginne, habe ich kein Ziel vor Augen. Wichtig ist, sich für die Kunst zu öffnen. Wenn man malt und keinen Kontakt zu sich selber hat, kann man sich nicht verwirklichen“, sagt Christiane de Vries, die sich im Malprozess nach eigenen Angaben stets zwischen Intuition und Spontaneität einerseits und absichtsvoller Wahrnehmung und planvollem Vorgehen andererseits bewegt. Zu Letzterem dürfte die Tatsache zählen, dass in fast allen Werken grafische Elemente verarbeitet sind. „Ich brauche eine gewisse Ordnung in meinen Bildern“, sagt die Künstlerin, die gelernte Raumausstatterin ist.

Dass scheinbar perfekt austarierte Kompositionen voller Harmonie und Wärme zum Schluss einen dicken schwarzen Balken erhalten, hat allerdings einen anderen Grund. „Das mache ich, damit der Blick des Betrachters gehalten, geführt wird und nicht ins Bodenlose fällt“, so de Vries, die immer wieder neue Techniken ausprobiert. So hat sie beispielsweise ein mit Acryl und Tusche gemaltes Bild mit Heißwachs überzogen und auf diese Weise eine realistisch anmutende Steinoptik erzeugt.

Die insgesamt 70 Bilder von Christiane de Vries aus Xanten können bis Freitag, 2. September, zu den Öffnungszeiten des Rheinberger Stadthauses besichtigt werden (montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, montags bis mittwochs von 13 bis 16 Uhr und donnerstags von 13 bis 17 Uhr).

(erko)