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Rheinberger Mundart-Ensemble spielt „Alles för de Katt!?“ zweimal in der Stadthalle

Mundart-Theater : Im Stadthaus ist „Alles för de Katt!?“

Das Rheinberger Mundart-Ensemble mit Mitgliedern des Sprookvereins Ohmen Hendrek und der Rhinberkse Jonges führt am 5. und 7. April in der Stadthalle ein neues Stück auf. Der Vorverkauft beginnt am 7. Februar in der Sparkasse.

54 DIN-A4 Seiten Text wollen erst mal gelernt werden. „Wir werden ja alle nicht jünger“, sagt Winni Nickenig und lacht. Wie sein Schwager und Kumpel Hans-Theo Mennicken gehört er zum Inventar des Rheinberger Mundart-Ensembles. „Wir waren schon dabei, als 1983 anlässlich des Jubiläums 775 Jahre Stadt Rheinberg das erste Stück ,op Platt’ in der damals noch jungen Stadthalle aufgeführt wurde“, erzählt er. Es hieß „Stoot on Staek“ (Stoßen und stechen), hatte mit Billard- und Skatspielen zu tun. Paul Feltes hatte es aufgeschrieben, als Vorlage diente ein kleines Rheinberger Büchlein, das der inzwischen 91-jährige Feltes in der ehemaligen Buchhandlung und Druckerei Sattler gefunden hatte.

Die Aufführung war ein Knaller. Was die Akteure damals noch nicht wussten: Sie waren im Begriff, eine bis heute währende Tradition zu begründen. Hans-Theo Mennicken erinnert sich: „Wir haben danach in den achtziger und neunziger Jahren weitere Stücke in Mundart aufgeführt. 2003 zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung von Rheinberg und Budberg 1000 Jahre zuvor kam dann das Stücke ,Rhinberkse Wend’. Danach haben wir dann alle zwei, drei Jahre ein Stück gespielt. Bis heute insgesamt zwölf.“

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Das nächste lässt nicht mehr lange auf sich warten. „Alles för de Katt!?“, eine Komödie auf Platt in drei Akten, wird am Freitag, 5. April, 20 Uhr, und am Sonntag, 7. April, 17 Uhr, in der Stadthalle gespielt. Karten gibt es ab Donnerstag, 7. Februar, 8.30 Uhr, in der Sparkassen-Filiale an der Bahnhofstraße in Rheinberg. Sie kosten zehn Euro pro Stück.

Das Original heißt „Katzenjammer“ und stammt von Bernd Gombold. Käthi Spolders, die auch wieder mit auf der Bühne steht, hat die Story auf Rheinberger Verhältnisse umgemünzt und auf Platt übersetzt. „Eine Wahnsinnsarbeit“, unterstreicht Rolf Kuhlmann, der Regie führt und demzufolge den ganzen Laden zusammenhalten muss. Zehn Rollen waren diesmal zu vergeben – vier weibliche und sechs männliche. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Chrissi Schneider und Claudia Voßler auch zwei junge Leute dabei haben“, so Jan-Thei Mennicken, der einen Opa in dem Stück spielt. Mit dabei sind auch Winfried Nickening (Nachbar), Ulrich Weihofen (Knecht), Peter Houcken (Künstler), Käthi Spolders und Christel van den Boom (als Tanten), Karola Schäfers (Gutsherrin) und Rainer Müller (als Dialekt sprechender Interessent für den Hof). Nicht zu vergessen die fleißigen Helfer hinter der Bühne, unter anderem Bernd Dormann und sein Wagenbauer-Team der Rhinberkse Jonges als Bühnenbauer. „Knapp 20 Leute gehören zum Team“, erzählt Nickenig.

Das Rheinberger Mundart-Ensemble ist eine Co-Produktion von Rhinberkse Sprookverein Ohmen Hendrek und Karnevalsverein Rhinberkse Jonges. Zum Stück sagt Hans-Theo Mennicken: „Es sollte wieder was Lustiges sein und es sollten auch Rollen auf Hochdeutsch drin sein.“ Denn die Stücke sind grundsätzlich so aufgebaut, dass man sie auch verstehen kann, wenn man kein Platt spricht.

Nun hoffen die Schauspieler, dass viele Karten verkauft werden. „Vielleicht gibt es dann ja sogar noch eine dritte Aufführung“, so Rolf Kuhlmann. Das wäre gut, denn je mehr Geld übrig bleibt, desto mehr kann an verschiedene Vereine und Gruppen gespendet werden. Diesem Grundsatz bleibt das Ensemble treu. In den nächsten Wochen wird kräftig geprobt. Momentan einmal pro Woche, ab März dann zweimal. Denn wie gesagt: 54 DIN-A4 Seiten Text wollen erst mal gelernt werden...

Vorverkauf: Eintrittskarten (sie sind nummeriert) für die beiden Aufführungen des Mundart-Theaterstücks gibt es ab Donnerstag, 7. Februar, 8.30 Uhr, in der Sparkassen-Geschäftsstelle an der Bahnhofstraße in Rheinberg. Sie kosten zehn Euro pro Stück.
Termine: „Alles för de Katt!?“, eine Komödie auf Platt in drei Akten, wird am Freitag, 5. April, 20 Uhr, und am Sonntag, 7. April, 17 Uhr, in der Rheinberger Stadthalle gespielt.