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Rheinberger Grüne wollen Sozialarbeiter für die Reichelsiedlung

In Rheinbergs Problemstadtteil : Grüne wollen Sozialarbeiter für die Reichelsiedlung

Ratsmitglied Peter Mokros wünscht sich, dass durch einen Streetworker in dem sozialen Brennpunkt Initiativen für ein schöneres Leben entstehen. Er schlägt einen gemeinsam ausgerichteten Wochenmarkt vor.

Mit mehr als 2000 Bewohnern aus rund einem Dutzend Nationen, von denen die meisten Sozialleistungen beziehen, gilt die Reichelsiedlung als sozialer Brennpunkt. Mit Maßnahmen wie der Einrichtung eines modernen Quartiersmanagements, einer aufwändigen Gebäudesanierung oder der Nachbarschaftshilfe FachWerk sollte Normalität in dem problembehafteten Stadtteil einkehren. Um im nächsten Schritt den Zusammenhalt der Menschen zu fördern, möchten Rheinbergs Grüne ihnen jetzt einen Sozialarbeiter zur Seite stellen.

„Das muss kein Streetworker sein mit Sozialstudium. Wenn jemand arabisch oder russisch spricht und Menschen zusammenführen kann, reicht das schon“, sagt Ratsmitglied Peter Mokros. Er wünscht sich, dass dadurch Initiativen für ein schöneres Leben entstehen – wie ein gemeinsam ausgerichteter Wochenmarkt oder ein Ortsteilfest. Für Barbara Ettwig ist die Schaffung einer Halbtagsstelle auch beim Thema Migration enorm wichtig: „Wir brauchen jemanden, der Menschen ermuntert, sich als Rheinberger zu fühlen.“ Viele seien erst in den letzten Jahren hierher gezogen und hätten noch keine deutsche Staatsbürgerschaft. So fehle ihnen die Möglichkeit, politisch mitzuwirken. Das wollen die Grünen durch einen Beirat für Migrantinnen und Migranten ändern. Ettwig: „Dieser Beirat hat dann die Möglichkeit, Anträge zu stellen, die von den Ausschüssen behandelt werden müssen. Wir erhoffen uns so, mehr über die Sorgen und Wünsche der Menschen zu erfahren.“ Außerdem sollen im Beirat Ideen entwickelt und Projekte umgesetzt werden. „Wir wünschen uns, dass möglichst viele Ethnien vertreten sind, das wäre gelebte Migration“, so Mokros.

Zudem beantragen die Grünen, die Daseinsfürsorge für Senioren in den Ortsteilen sicherzustellen. Hintergrund ist ein Antrag der Kreis-CDU auf eine Neuausrichtung der Pflegeberatung. Die Grünen befürchten, dass damit die gerade eingerichtete trägerunabhängige Pflegeberatung zur Disposition steht. „Sollte das so sein, muss die Stadt diese Stelle selber finanzieren“, fordert Barbara Ettwig, die den Service noch ausbauen würde: „In der Reichelsiedlung können ältere Menschen sich im Quartiersbüro helfen lassen. Es wäre schön, wenn in allen Ortsteilen Sprechstunden für Seniorinnen und Senioren stattfinden können.“ Ulla Hausmann-Radau hält wegen oft eingeschränkter Mobilität sozialschwacher und älterer Menschen eine schnelle Beratung vor Ort für wichtig.