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Rheinberger Amplonius-Gymnasium und Schlosstheater Moers erneuern ihren Kooperationsvertrag

Amplonius-Gymnasium in Rheinberg : Die Nabelschnur in die Theaterwelt

Das Amplonius-Gymnasium und das Schlosstheater Moers erneuern ihren seit 2007 bestehenden Kooperationsvertrag. Die lebendige Partnerschaft soll Jugendliche für Literatur und die Bühne begeistern.

Junge Menschen artikulieren ihre Meinung sehr klar“, sagt Ulrich Greb, Intendant am Schlosstheater Moers. Er freut sich darüber, dass insbesondere Schüler mit ihrer ehrlichen Meinung nicht hinterm Berg halten, auch wenn das Kritik oder bisweilen Ablehnung bedeutet. Genau das fördere einen kreativen Dialog, setze Reibungsenergie frei, ist Greb überzeugt. Umso gespannter ist er auf die Reaktionen der Literaturkurse des Amplonius-Gymnasiums. Die sind im Rahmen der Kooperation zwischen Schule und Schlosstheater am Freitag und Sonntag zu Gast bei der Aufführung von Schillers „Kabale und Liebe“.

2007 haben die Rheinberger Schule und das Moerser Schlosstheater erstmalig einen Kooperationsvertrag geschlossen. Jetzt haben beide Einrichtungen ein klares Bekenntnis zur weiteren Zusammenarbeit abgelegt und den Kooperationsvertrag um weitere zwei Jahre verlängert. Trotz denkbar schwieriger Rahmenbedingungen. Seit Beginn hatte Theaterpädagoge Holger Runge die Schüler des Amplonius-Gymnasiums betreut, doch der ist Ende des vergangenen Jahres überraschend verstorben. „Wir sind dankbar, dass es dennoch weitergeht“, betonen Amplonius-Direktor Marcus Padtberg und seine Stellvertreterin Sencan Tasci. Robert Hüttinger soll nun die Nachfolge von Runge antreten.

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  • Ulrich Greb
⇥Foto: Anja Katzke
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Die Erneuerung der Kooperation bietet auch Gelegenheit zur Standortbestimmung und Neukalibrierung. Am Konzept will man aber derzeit nichts ändern: Der Theaterpädagoge Hüttinger wird weiterhin die Literaturkurse und AGs begleiten und mit den Schülern ein Theaterstück auf die Beine stellen; die Literaturkurse besuchen Aufführungen im Schlosstheater und treten darüber mit den Akteuren in einen Diskurs. „Unsere Eindrücke zu teilen, empfinden wir als etwas ganz Besonderes“, so Greb.

Eine klassische Win-Win-Situation. Das „Theater“ geht in die Schule hinein, um Jugendliche zu begeistern, für die Schule wiederum seien die Besuche der Moerser Bühne ein bisschen wie „die Nabelschnur in die Theaterwelt“, bringt es die stellvertretende Schulleiterin Sencan Tasci auf den Punkt.

Vor allem aber zeigen sich die Schüler begeistert über die Möglichkeiten, die die Kooperation mit sich bringt. „Die bringt eine ganz andere Form des Lernens mit sich“, erläutert Lehrerin Stefanie Breit. Die Besucher im Schlosstheater oder auch die praktische Arbeit mit dem Theaterpädagogen bleiben viel präsenter im Gedächtnis als alles, was in der Theorie erarbeitet wurde.