Rheinberg: Zwei Bienenvölker für die Kita Flohkiste

Kinder erkunden Nützlinge : Zwei Bienenvölker für die Kita Flohkiste

Auf der Wildblumenwiese vor der Borther Kita stehen nun zwei Bienenstöcke. Angst haben die Kinder keine. Sie beobachten die Nützlinge gerne.

Die einen halten sich Fische, die anderen haben einen Hasen als Haustier. Die Knirpse der Kita Flohkiste in Borth freuen sich gleich über Zigtausend neue „Mitbewohner“: Die beiden Orsoyer Imker Peter Schöttler und Ulrike Reimann haben am Donnerstag in einem mit rot-weißem Flatterband abgesperrten Areal des Kindergartens – inmitten einer Wildblumenwiese – zwei Bienenstöcke aufgestellt. 100.000 fleißige Bienen sollen von dort bald ausschwärmen, um süßen Honig zu produzieren.

Eigentlich hätte es dort bereits am Donnerstag summen und brummen sollen. Doch die Honigarbeiterinnen in Schwarz-Gelb hatten schlicht „schlechte Laune“, informiert Imker Peter Schöttler. Schuld sei das gewittrige Wetter. „Das mögen Bienen gar nicht“, bestätigt der Orsoyer Imker. Und auch die fünfjährige Shanaya warnte eindringlich: „Die Bienen sollte man besser nicht ärgern.“ Deshalb blieb es am ersten Tag ruhig an den Bienenstöcken.

Die 42 Kita-Kinder nahmen es gelassen. Sie kennen sich mit den Insekten schon sehr gut aus. Bereits das Familienfest vor zwei Wochen stand unter dem Motto Bienen und bot ausreichend Gelegenheit, die Völker ganz aus der Nähe zu betrachten. Dazu schlüpften sie in ihre weißen Imker-Schutzanzüge mit Helm und Netz, um die Holzrahmen mit den Waben herauszuholen und einen Blick ins Innere des Bienenstocks zu werfen. Von Scheu oder Angst keine Spur. Das bestätigte auch Kita-Leiterin Simone Ozga. „Was am Kaffeetisch wild umherschwirrt und über alles Süße herfällt, sind Wespen, keine Bienen“, informiert Imker Schöttler. Irgendwie habe die Wespe als Artgenosse die Biene in Verruf gebracht.

Völlig unvoreingenommen haben also die kleinen Naturforscher und auch ihre Eltern die Bienen beobachtet. „Die Königin ist übrigens größer als alle anderen Bienen“, erzählt der vierjährige Lennard. Schon im Vorfeld hatten sich die Kleinen das Thema Biene ganzheitlich erschlossen: Es wurde gemalt, gebastelt, gebacken und geforscht.

Allein zur Präsentationszwecken hatte Schöttler zum Familienfest einen Bienenstock mitgebracht. „Da habe ich ganz salopp gesagt, dass der eigentlich bei uns in der Kita bleiben könnte“, erzählt Kita-Leiterin Ozga schmunzelnd. Warum nicht, entgegnete Schöttler und der „Bienen-Deal“ war perfekt. Nur einmal musste er die Kiste noch abholen. Grund: Zum Familienfest stand das Bienenvolk nicht am rechten Platz. Und kurzerhand mal umsiedeln, selbst wenn es nur wenige Meter sind, das ist mit den eigenwilligen, aber wichtigen Insekten nicht machbar. „Dann finden die ihr Ziel nicht mehr“, erläutern Reimann und Schöttler. Daher wurde der Stock nochmals abgeholt.

Zwei bis drei Mal im Monat werden die beiden Orsoyer Imker nun zu Gast in der Borther Kita sein, um sich gemeinsam mit den Kindern um die beiden Bienenstöcke zu kümmern. Alle hoffen nun, dass es bald den ersten „Kita-Honig Marke Flohkiste“ geben wird.

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