Thema im Rheinberger Ausschuss Zukunftsinitiative Budberg will Bahnstrecke reaktivieren

Rheinberg · Die Zukunftsinitiative Budberg möchte erreichen, dass Personenzüge wieder von Rheinberg über Budberg, Orsoy und Baerl bis Moers fahren können. Ein Gespräch mit dem Verkehrsverbund Rhein Ruhr hat bereits stattgefunden. Am Dienstag ist die Politik am Zug.

Am Dienstag befasst sich Rheinbergs Politik mit der Frage, ob die Bahnstrecke Rheinberg-Budberg-Orsoy-Baerl-Moers für den Personenverkehr reaktiviert werden sollte.

Am Dienstag befasst sich Rheinbergs Politik mit der Frage, ob die Bahnstrecke Rheinberg-Budberg-Orsoy-Baerl-Moers für den Personenverkehr reaktiviert werden sollte.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Die Verkehrswende soll vorankommen, die Bürgerinnen und Bürger, so das große Ziel hinter der Idee, sollen wegkommen vom Auto und mehr auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Diesem Gedanken hat sich auch die neue Zukunftsinitiative Budberg verschrieben, die sich gerade als Bürgerverein Zukunft Budberg formiert und bei unterschiedlichen Themen am Ball bleiben will.

Auch eine Arbeitsgruppe Mobilität hat sich gebildet. Die rührt bereits ordentlich die Werbetrommel dafür, dass auch die Rheinberger Straße eine Tempo-30-Zone wird. Und sie möchte die Bahnstrecke Rheinberg-Budberg-Orsoy-Baerl-Moers für den Personenverkehr wiederbeleben. Dazu haben die Budberger die Stadtverwaltung um Unterstützung gebeten. Die hat das Thema nun auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität gesetzt, der am Dienstag, 23. April, ab 17 Uhr im Raum 249 des Stadthauses tagt.

Zur Vorbereitung eines Gesprächs mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), das die Zukunftsinitiative Budberg vereinbart hat, hat die Verwaltung Material zusammengetragen und zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde die Zukunftsinitiative Budberg davon in Kenntnis gesetzt, dass das Thema zuletzt vor vier Jahren öffentlich diskutiert worden ist – damals auf der Basis eines Antrags der Grünen. Die machten sich allerdings wenig Freunde mit ihrem Anliegen und zogen den Antrag nachher zurück.

Im Gespräch mit dem VRR, das krankheitsbedingt ohne einen Vertreter der Verwaltung stattfand, seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des VRR über die aktuelle Lage sehr gut informiert gewesen und hatten auch Kontakt zur Niag in dieser Sache aufgenommen, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage für den Ausschuss. „Der VRR nahm Bezug auf das Zielnetz 2040 des VRR für die Metropolregion Rhein-Ruhr, das die angefragte Trasse nicht umfasst.“ Der VRR habe vorgeschlagen, wegen der Machbarkeitsstudie, die wegen der zu erwartenden umfangreichen Arbeiten und Kosten für eine Reaktivierung der Bahnstrecke notwendig sei, zuerst eine „fahrplantechnische Untersuchung“ im eigenen Hause und damit kostenfrei zu erstellen. Daraus lasse sich ablesen, ob die gewünschte Route über Budberg, Orsoy und Baerl mit ihren verlängerten Fahrzeiten überhaupt in das bestehende Betriebssystem mit einem Engpass im Duisburger Hauptbahnhof und gegebenenfalls fehlenden zweigleisigen Begegnungsstrecken hineinpasse oder ob Änderungen am System erforderlich seien.

Wenn dann Ergebnisse vorliegen, könne immer noch entschieden werden, ob eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden soll – vorausgesetzt, die Kosten der Systemveränderungen bleiben finanziell überschaubar. Voraussetzung sei aber, dass die Stadt Rheinberg an den Nahverkehrszweckverband Niederrhein (NVN), den Kreis Wesel und die Stadt Duisburg herantritt, um deren Zustimmung beziehungsweise Unterstützung für die fahrplantechnische Untersuchung durch den VRR zu erfragen.

Als der Antrag der Grünen vor vier Jahren auf dem Tisch lag, gab es große Bedenken von Anwohnern der Bahnstrecke, die neben den Belastungen, die die Niag-Güterzüge mit sich bringen, nicht auch noch Personenzüge ertragen wollten.

(up)
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