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Rheinberg: Zerstörte Alltagsmenschen - zwei Jugendliche festgenommen

Festnahme wegen Vandalismus : Zwei Jugendliche sollen Rheinberger „Alltagsmenschen“-Figur zerstört haben

Erster Erfolg bei der Aufklärung der zerstörten Alltagsmenschen im Rheinberger Stadtpark: Die Ermittlungsgruppe geht davon aus, dass zwei Jugendliche eine der Skulpturen zerstört haben, die im Zuge der Ausstellung im Stadtpark aufgestellt waren.

Die Polizei kann einen ersten Erfolg bei der Aufklärung der zerstörten Alltagsmenschen im Stadtpark vermelden: Die eingesetzte Ermittlungsgruppe geht davon aus, dass zwei jugendliche Rheinberger – beide sind 16 Jahre alt – eine der Skulpturen zerstört haben, die im Zuge der Ausstellung im Stadtpark aufgestellt waren. Es handelte sich dabei um den „Mann mit Fernglas“. Die Figur schaute auf den Spanischen Vallan.

Die anderen vier demolierten Figuren – das Berliner Paar und zwei Schwimmerinnen, die am Hegerbecken platziert waren – sind nach Polizeiangaben offenbar von anderen Tätern beschädigt worden. Eine Gruppe Jugendlicher ist ins Visier der Ermittlungsgruppe geraten. Gesucht werden bis zu sechs Jugendliche oder junge Erwachsene, die sich am Donnerstag, 9. Juli, zunächst gegen 23.15 Uhr am Eingang zum Stadtpark aufgehalten haben. Sie hielten offenbar Bier- und Schnapsflaschen in ihren Händen. Die unbekannten junge Leute seien von Zeugen vage als „südländisch“ beschrieben worden, so die Polizei.

Ein Verdächtiger wurde etwas genauer beschrieben: Er trug ein helles Basecap, dessen Schirm zum Rücken gedreht war. Der Unbekannte war mit einer hellen Ballonseidenjacke bekleidet. Auf dem Oberteil war ein blauer Pfeil oder ein blauer Streifen.

Wie Polizei-Pressesprecher Timm Wandel sagte, habe ein Zeugenhinweis die Kripo auf die Spur der beiden 16-jährigen Rheinberger geführt. Wandel: „Auf einen solchen Volltreffer hoffen wir jetzt auch bei der anderen Gruppe.“ Es sei richtig gewesen, mit einem so hohen Personaleinsatz an die Sache heranzugehen. Die Täter dürfen jetzt mit Anzeigen wegen Sachbeschädigung rechnen.

Künstlerin Christel Lechner, Schöpferin der Alltagsenschen, sagt, sie sei froh, dass die Arbeit der Polizei erfolgreich gelaufen sei. „Es ist schön, dass die ersten Täter ermittelt worden sind. Leider wird der Umgang auch mit meinen Figuren immer respektloser. Mir kommt es ganz besonders auf das ,Berliner Paar’ an, das ja auch zerstört worden ist. Da stecken besonders viel Arbeit und Herzblut drin.“

Auch Norbert Nienhaus, als Vorsitzender des Rheinberger Stadtmarketing-Fördervereins Hauptverantwortlicher für die Alltagsmenschen-Ausstellung, freut sich über den Fahndungserfolg. Er weist darauf hin, dass die Figur „Der Badende“ , die als einzige im Stadtpark nicht zerschlagen worden war, inzwischen am Fontänenfeld auf dem Großen Markt aufgestellt worden ist. Unterdessen ist Künstler Luja damit befasst, die Plakat-Entwürfe von Fotos der Stadtpark-Alltagsmenschen zu fertigen. Norbert Riekötter von Cart-Design lässt sie drucken. Ende nächster Woche sollen die Ergebnisse auf Bauzäunen des Dienstleistungsbetriebs im Stadtpark aufgestellt werden.

Die Zerstörung einer Alltagsmenschen-Figur in Moers hatte sich bereits im Laufe der Woche aufgeklärt. Nach dem jetzigen Stand hat 22-Jähriger die Figur vorsätzlich umgeworfen. Zuvor hatte der junge Mann angegeben, es habe sich um einen Unfall gehandelt.

Das Stadtmarketing Rheinberg hat am Freitag eine Belohnung in Höhe von bis zu 5000 Euro ausgesetzt für Hinweise oder Beweismittel, die zur Ermittlung und Überführung an der Tat Beteiligter führen. Ein Rheinberger Unternehmen will das Geld zur Verfügung stellen. Gefragt wird, wer Beobachtungen gemacht oder von Beobachtungen gehört hat, die mit dem Vorfall in Verbindung stehen könnten. Kann jemand Hinweise auf den oder die Täter geben? Wem ist in dem betreffenden Zeitraum zwischen 21 Uhr und dem nächsten Morgen aufgefallen, ob sich Personen am Hegerbecken aufgehalten haben? Hat jemand geeignetes Foto- bzw. Videomaterial. Hinweise an die Ermittlungsgruppe Alltagsmenschen, Kriminalkommissariat 23, Wilhelmstraße 9, 47475 Kamp-Lintfort, Tel. 02842 934-1422 oder per Mail an poststelle.wesel@polizei.nrw.de.