Rheinberg: Xantener Malerin Brigitte Dupont stellt im Schwarzen Adler aus

Kunstausstellung in Rheinberg : Bilder voller Fernweh und Humor

Die Xantener Malerin Brigitte Dupont zeigt einige ihrer Werke im Kulturlokal Schwarzer Adler in Vierbaum.

Mit der Eröffnung einer sehenswerten Ausstellung der Xantener Künstlerin Brigitte Dupont starteten Kulturinitiative und Genossenschaft Schwarzer Adler am Sonntag ins neue Jahr. „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“, mit diesem Pablo Picasso zugeschriebenen Zitat begann Harald Hopp seine Eröffnungsansprache. Der Ehemann der Künstlerin gab darin tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Bilder: „Die Acrylmalerei von Brigitte Dupont wird geprägt durch intuitives und lustvolles Einlassen auf den Malprozess und findet Ausdruck im Zusammenspiel von lasierenden und deckenden Farbschichten.“

Der erste Eindruck bestätigt genau das. Bilder vom weiten Strand der Bretagne oder bunten Wiesen in Umbrien lösen Wohlgefallen und Sehnsüchte aus. „Man bezeichnet mich als einen humorvollen Menschen und das drückt sich in meinen Bildern aus“, erklärte Dupont. In abstrahierter Formensprache entstehen Werke voller Leichtigkeit und Expressivität. Das ist kein Zufall: Getrieben von Neugierde und der Lust, ausdrucksstarke Bilder entstehen zu lassen, entschied sie sich schon früh, den professionellen Weg zu gehen und besuchte Lehrgänge an Kunstakademien. Besonders das Zusammenspiel mit Hell- und Dunkelkontrasten trägt dazu bei, dass Bilder – wie das vom Drachenfels – eine einzigartige Intensität entwickeln. Dafür nutzt Dupont eher unscheinbare Grautöne als Hintergrund, verriet Hopp: „Grau ist die Fürstin der Farben, weil sie andere Farben zum Leuchten bringt.“

Brigitte Dupont mit Ehemann Harald Hopp, der eine Einführungsrede zur Vernissage gab. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Darüber trägt Dupont eine Schicht mit Wasser verdünnter Acrylfarbe auf, die sie teilweise mit unverdünnten Farben überdeckt und auf diese Weise eine spannende Tiefenwirkung erzielt.

Wer Duponts erste Ausstellung im Adler vor vier Jahren gesehen hat, stellt eine Entwicklung fest. Klare Linien sind seltener, Motive verschwimmen im Farbenmeer. „Ich reagiere auf Farben, aber abstrakt. Malen ist für mich ein experimenteller Prozess“, sagt Dupont. Dieser Prozess, die Entwicklung der einzelnen Phasen macht sie gut an der siebenteiligen Reihe „Am Meer“ deutlich. Das Motiv ist immer dasselbe, aber durch unterschiedliche Farbgebung und Interpretation verändert die Künstlerin die Aussage. So ist der Himmel mal rosarot, mal azurblau. Bei einem Bild stehen Menschen im Mittelpunkt, bei dem nächsten werden sie zu einem ab­strakten Nebenaspekt. Letztendlich tritt das Motiv in den Hintergrund und die Reaktion auf die Farben bestimmt Duponts kreativen Prozess.

Die Ausstellung ist noch bis Ende März im Adler zu besichtigen.