Rheinberg: Wolfgang Sommer, en Macher aus Ossenberg, wird 80 Jahre alt

Porträt eines Ossenbergers : Der Mann mit dem Lächeln wird 80

Wolfgang Sommer wird am Samstag 80 Jahre alt. Nicht nur in Ossenberg ist der engagierte KAB-Vorsitzende ein bekannter Mann.

Hat man Wolfgang Sommer jemals unfreundlich oder gar schlecht gelaunt erlebt? Die Antwort gibt er selbst. „Ich versuche immer, den Menschen mit einem Lächeln entgegenzutreten, auch wenn mir mal nicht danach ist“, sagt der Ossenberger. Er ist einfach so ein herzerfrischender, dynamischer Typ. Ein Macher. Jemand, der nicht herum lamentiert, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollen. Sondern einer, der sich positive Gedanken macht, die Ärmel hochkrempelt und anpackt.

Auch mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Ossenberg war das so. Der kirchliche Verein lag vor Jahren am Boden, ihm drohte die Auflösung. Sommer entwickelte zusammen mit anderen ein Konzept und startete den KAB-Motor neu. Seither läuft der Laden. Wolfgang Sommer ist der Vorsitzende.

Der Glaube, so erzählte es der verheiratete Vater zweier Söhne und einer Tochter einmal, habe ihm manches Mal Halt gegeben. Sommer kam 1939 in Dresden zur Welt. Als die Stadt im Bombenhagel lag, floh er mit Mutter und Schwester. Der Vater blieb im Krieg, die Familie landete in Düsseldorf.

Wolfgang Sommer wuchs konfessionslos und ohne Vater in der Altstadt auf. Ein raues Pflaster sei das gewesen, betont er rückblickend. Mit ungefähr zwölf Jahren landete er in einer katholischen Jungschar-Gruppe und lernte dort einen Pfarrer kennen, der ihm viel mitgegeben habe. Eine Lehrstelle als Bauschlosser suchte er sich selbst, beendete die Ausbildung auch erfolgreich, merkte jedoch rasch, dass das nicht der geeignete Beruf für ihn war.

So besuchte er die Handelsschule, kam zur Bundeswehr und absolvierte dann eine kaufmännische Lehre. Einige Jahre arbeitete er im Verkauf des Zivilsektors bei Rheinmetall, bevor er das Angebot bekam, bei Uni­tecta (später Desowag) in Rheinberg als Versandleiter anzufangen. Er sagte zu und zog mit der Familie nach Ossenberg. Mit 30 Jahren leitete er eine Abteilung mit 30 Mitarbeitern. Er blieb bis zur Rente beim Holzschutzmittelhersteller. Seit die Kinder aus dem Haus sind, leben er und Ehefrau Elisabeth allein im Haus am Willinger Weg.

In Rheinberg kennen viele Menschen Wolfgang Sommer nicht nur als engagiertes KAB-Mitglied, sondern auch als Mann der ersten Stunde im Verein zur Erhaltung der Ossenberger Schlosskapelle. Er gehörte zu der Gruppe von Ossenbergern in den 90er Jahren, die das damals verfallene Simultaneum an der Graf-Luitpold-Straße mit Muskelhypothek und Ideenreichtum zu einem Schmuckstück gemacht haben. Lange war er Geschäftsführer des Vereins.

Am Samstag, 10. August, feiert Wolfgang Sommer nun seinen 80. Geburtstag. Familie, Freunde, Nachbarn und Weggefährten werden dazu gratulieren. Die Rheinische Post schließt sich den Glückwünschen gerne an.

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