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Rheinberg: „Wir setzen auf Außer-Haus-Verkauf“

Corona-Bestimmungen in Rheinberg : „Wir sind verärgert und entsetzt“

Auch der Schwarze Adler in Vierbaum muss im November coronabedingt schließen. Die Genossenschaft ist verärgert, weil sie gerade erst viel Geld investiert hat, unter anderem in Luftreinigungsgeräte.

Bund und Länder haben nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch scharfe Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Gastronomie und Hotels sind betroffen. Die RP hat sich mit Fritz Wagener unterhalten. Er ist Vorstand der Genossenschaft Schwarzer Adler Vierbaum, die das Haus – Restaurant, Kneipe und Kulturspielstätte – an der Baerler Straße 96 in Rheinberg unterhält.

Herr Wagener, was sagen Sie als Chef der Adler-Genossenschaft zu den neuen Bestimmungen?

Fritz Wagener Wir sind ehrlich gesagt verärgert und auch entsetzt. Denn unter Paragraph 2c der Corona-Schutzverordnung steht die sogenannte Innovationsklausel, die besagt: Wer innovative Hygiene- und Schutzmaßnahmen mittels technischer Einrichtungen vorhält, kann von einer Schließung ausgenommen werden. Wir haben viel Geld investiert, haben drei hochwertige Luftreinigungsgeräte angeschafft, haben für unseren Biergarten ein Zelt angeschafft und fragen uns jetzt: Wofür eigentlich, wenn das letztendlich keine Berücksichtigung findet und alle über einen Kamm geschoren werden? Zumal die Fallzahlen in Nordrhein-Westfalen schon wieder zurückgehen und von einer exponentiellen Entwicklung überhaupt keine Rede sein kann.

Wie gehen Sie im Schwarzen Adler mit der neuen Situation um?

Wagener Wir sind schon dabei, uns darauf einzustellen, richten unseren bewährten Außer-Haus-Verkauf wieder ein. Passend zur Jahreszeit bietet unser Koch, der Adler-Horst, „Gans to go“ für vier Personen an. Außerdem vakuumierte Speisen, die vorgekocht sind und die man zu Hause dann problemlos aufwärmen kann.

Und wie sieht es mit dem Kulturbetrieb aus?

Wagener Diesbezüglich ist unsere ganze Planung über den Haufen geworfen. Wir hatten für November schon wieder mehrere Konzerte und andere Veranstaltungen geplant. Die können wir jetzt alle absagen.

Was sagen Sie den Genossen?

Wagener Wir hoffen, dass sie uns wie schon beim Lockdown im Frühjahr die Treue halten und den Außer-Haus-Service rege nutzen. Als Genossenschaft sind wir darauf angewiesen.

Vielen Dank für das Gespräch!