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Rheinberg: Vorplanung für die Deichsanierung in Orsoy ist angelaufen

Dachsanierung : Sicherheit leitet die Deichsanierung

Deichgräf Viktor Paeßens informiert die CDU über die Pläne für Orsoy.

Knapp drei Stunden lang hat Deichgräf Viktor Paeßens auf dem Bernshof die Mitglieder im CDU-Ortsverband Orsoy über die Aufgaben des fusionierten Deichverbandes Xanten-Duisburg und die anstehende Deichsanierung im Abschnitt Orsoy informiert. Der etwa 4,6 Kilometer lange Abschnitt zwischen Orsoy und Duisburg muss ertüchtigt werden.

„Derzeit sind wir noch in der Phase der Vorplanung und können über die Variante, die zum Zuge kommen werden, wenig bis nichts sagen. Sie wird von der Bezirksregierung festgelegt“, erläuterte Deichgräf Paeßens. „Wir wissen aber, dass wir 2025 mit den Maßnahmen fertig sein werden.“ Möglich wäre beispielsweise eine Spundung. Bei dem Verfahren würden Stahldielen in den Boden getrieben. Eine Verfahren, das auch Gefahren berge, so der Deichgräf. Beispielsweise darf es nicht im Rüttelverfahren bewerkstelligt werden. „Wir müssen erst wissen, was technisch überhaupt geht“, so der Deichgräf.

Dass der Hochwasserschutz ein zweischneidiges Schwert ist, wurde auch beim Austausch mit der CDU deutlich. „Die Menschen wollen wissen, wie es weitergeht. Sie möchten vom Deichverband mitgenommen werden“, so eine der Anmerkungen aus dem CDU-Kreis. Für den Deichgräf ein schwieriges Unterfangen, da die Deichsanierung für Orsoy in der Vorplanung steckt.

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„Wir stehen in Orsoy vor großen Herausforderungen“, so Paeßens. Die Gefährlichkeit des Wasser dürfe nicht unterschätzt werden. Fachleute warnten vor Situationen, die weit über das Hochwasserereignis von 1926 hinausgehen könnten. Paeßens betonte, beim Schutzziel keinerlei Abstriche zu machen. „Ich trage die Verantwortung. Wenn der Deich bricht, sind rund 350.000 Menschen bis nach Kamp-Lintfort betroffen.“

Zum Knackpunkt im Hochwasserschutz geriet bei dem Treffen auf dem Bernshof die große Linde, die Anwohner als idyllischen Ort mit Sitzgelegenheiten erhalten wissen wollen. Für den Deichgräf birgt dieser Baum jedoch ein zusätzliches Risiko. Gleichzeitig stünden die Kosten für die Erhaltung, beispielsweise durch Gurtung, in keinem Verhältnis zur Deichsanierung. Auch die Überlegung den Deich, ähnlich wie in Rees und Emmerich, im Zuge von Wohnungsknappheit zu bebauen, stieß auf Ablehnung, zumal Rees vom Hafencharakter geprägt sei.

„Das kann nicht die Aufgabe des Deichverbandes sein, sondern ist städtische Aufgabe. Der Deichverband ist kein Städtebauer“, so der Deichgräf. „Bei der Sicherheit lasse ich nicht mit mir handeln, sonst werden wir unseren Aufgaben nicht gerecht.“ Bekannt ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass der Anleger Orsoy erhalten bleibt. Auch der Schützenverein bekommt nach der Sanierung eine intakte Anlage zurück. Der Standort stehe nicht in Frage. Im Herbst soll es eine öffentliche Veranstaltung zur bevorstehenden Deichsanierung geben.