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Rheinberg: Von Berlin bis Hollywood mit dem Duo "What's next" in Kirche Orsoy

Premiere : Von Berlin bis Hollywood

Das Duo „What´s Next“ überzeugte in der evangelischen Kirche Orsoy mit Songs von Rio Reiser bis Elvis Presley.

Schon die Konstellation versprach Spannung – dass sich eine Kirchenmusikerin und ein ehemaliger Rockabilly-Sänger zum Duo zusammenfinden, ist durchaus so alltäglich nicht. So taten es aber die  gebürtige Orsoyerin Simone Döring und der gebürtige Rheinberger Thorsten Waschkau. Sie beschlossen vor eineinhalb Jahren, miteinander zu arbeiten und die Herzensmusik des Sängers aufs Tapet zu bringen. „Dieses Programm spiegelt ein bisschen mein Leben wider“, erläuterte der 48-Jährige in der Konzertpause.

Um den Charakter des Konzerts etwas aufgelockerter zu gestalten,  war im Seitenschiff ein kleines, aber feines Weinangebot für die Gäste aufgebaut – eine Idee, die Anklang fand. „Find’ ich gut“, sagte die Rheinbergerin Claudia Arndt, die spontan gekommen war, nachdem sie die Ankündigung auf einem Plakat gesehen hatte. „Und ich habe es nicht bereut“, so die begeisterte Zuhörerin.

Dazu trug im Wesentlichen natürlich die Musik der beiden Künstler bei. Die Organistin und preisgekrönte Klavierbegleiterin Simone Döring lieferte dabei mit „The odd couple“ von Neal Hefti den solistischen Instrumental-Einstieg in das 23 Stücke umfassende, gut zweistündige Programm des Konzertabends. Danach war es dem Bassbariton Waschkau vorbehalten, mit seiner vollen Stimme und der dezent-stimmigen Klavierbegleitung von Döring den manchmal etwas zu sehr hallenden Raum der Orsoyer Kirche mit Klang zu füllen.

Dabei reichte das Repertoire des Duos im ersten Teil von „Mona Lisa“ von Nat „King“ Cole über den Klassiker „Bei mir bist Du schön“, Sinatras „Strangers in the night“, Balladen wie „When I fall in love“ oder „In the Ghetto“ von Elvis Presley. Fehlen durfte aus Waschkaus Sicht „natürlich nicht“ Liedgut von Hildegard Knef, „die ich sehr verehre“ und der er mit Liedern wie „In dieser Stadt“ oder „Eins und eins, das macht zwei“ seine Ehrerbietung erwies. Waschkau gelang es mit seiner Stimme gerade bei Songs wie „In the Ghetto“ und mit seinem Timbre die Zuhörer zu bewegen. Auffällig war allerdings auch, dass die Konzentration auf das Notenblatt bei dem einen oder anderen Song den Ausdruck der Darbietung doch etwas beeinträchtigte.

Das änderte sich hörbar im zweiten Teil des Konzerts: Mit seinem Triangel-Einsatz bei dem „Pink Panther Theme“ sorgte Waschkau für Schmunzeln im Kirchenraum. Henry Mancinis „Moon River“ und „Meglio Stasera“ verlieh er etwas mehr Gefühl.

Und die Auswahl der vier Element-of-Crime-Stücke „Seit der Himmel“, „Über Nacht“, „Die letzte U-Bahn geht später“ und „Weißes Papier“ mit ihren ausdrucksstark lakonischen Texten, gepaart mit einem Hauch Melancholie, erwies sich als Glücksfall für Waschkau, der den Tonfall der Songs mit seiner Stimme traf. Und als er Rio Reisers „Junimond“ mit viel Gefühl und ohne Vorlage sang, konnte man spüren, wie sehr er das Lied lebte.

Das Publikum zollte der Darbietung mit „Zugabe“-Rufen seinen Respekt, so dass das Duo drei weitere Zugaben bot: den Jazzklassiker „Blue Moon“, Sinatras „Night and Day“ und den Song „Amore“. Letzteren sang Waschkau für seine anwesende Frau, die sich unmittelbar nach dem letzten Ton gerührt mit einer Umarmung für die Darbietung bedankte.