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Rheinberg: Vom Nähmaschinen-Rattern und gemeinsam Nähen lernen

VHS-Sommerprogramm : Die Nähmaschinen rattern für Leseknochen und Monsterkissen

Eltern und Kinder wurden an drei Tagen von Susanne Zorychta in die Kunst des Nähens eingeführt. Das Angebot gehörte zum Sommerprogramm der Volkshochschule Rheinberg und wurde erstmals angeboten.

Ein monotones Rattern, für einen Moment Stille. Dann wird weitergenäht. Es ist ein Vormittag in den Sommerferien. Vier Zweier-Teams sitzen an Tischen in einem kleinen Unterrichtsraum im ehemaligen Konvikt an der Lützenhofstraße, der zur VHS Rheinberg gehört – Sydney, Noah und Amon mit ihren Müttern, Laura hat ihre Oma mitgebracht. Auf den Tischen liegen bunte Stoffe, Stecknadeln, Schere und Garn. Der Kurs, der „Kinder und Eltern lernen gemeinsam nähen“ heißt, findet das erste Mal statt und ist Teil des VHS-Sommerprogramms.

Noah (13) näht mit seiner Mutter ein Monster mit spitzen Zähnen auf einen gelben Kissenbezug. Es ist sein eigenes Design und sein Monsterkissen ist fast fertig. Die zehnjährige Laura arbeitet mit ihrer Oma an einer lila Handtasche mit Eisbär-Applikationen, die sie nach dem Nähkurs ihrer Mutter schenken will. Schon vorher hat sie nähen können – mit der alten Nähmaschine ihrer Großmutter.

Kursleiterin Susanne Zorychta, die selbst als Zwölfjährige über einen Kurs zum Nähen kam, hilft Laura und den anderen Teilnehmern, mehr über das Nähen zu lernen, Wissen aufzufrischen oder ganz von vorne anzufangen. „Es ist fertig“, ruft Noah – sein Kissen mit dem Monster hält er stolz hoch. Es ist der zweite Kurstag von insgesamt dreien und sein erstes Projekt ist vollendet. Sydney (11) und ihre Mutter sind beide Näh-Neulinge – sie haben sich an eine Musiknotentasche gewagt, die Sydney „so schön“ findet und bald mit zum Klavierunterricht nehmen will.

Amon (10) näht währenddessen mit seiner Mutter einen Leseknochen. Der ist „gemütlich“, findet er, denn den kann er sich in den Nacken legen, wenn er Harry Potter oder Herr der Ringe liest. Die Nähmaschine, die Amon und seine Mutter wie alle von zu Hause mitbringen sollten, wollen sie mit guten Vorsätzen nicht mehr in den Schrank stellen – „damit das Gefühl bleibt“ und sie immer üben können. Im Raum ist es nicht ruhig, immer wieder hört man das Rattern der Nähmaschinen, ein tuschelndes Pläneschmieden für die nächsten Schritte. Eigentlich scheint der Kurs normal. Außer ein paar Masken und dem Abstand, den sie zumindest durch ihre eigenen Tische halten können. Nicht so schlimm, finden die Näh-Teams, die froh sind, diesen Kurs machen zu können.

Dann ist Schluss für den Vormittag, am nächsten Tag geht es weiter. Der letzte Tag. Ein bisschen Normalität kommt nach einigen Wochen Unterrichtspause in die VHS zurück. Die Kinder, Mütter und Lauras Oma können sich vorstellen, bald häufiger zu kommen, um zusammen unter anderem Kissen, Taschen oder Leseknochen zu nähen.