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Rheinberg: Viel Applaus für Geschwister-Duo

Konzert der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg : Viel Applaus für Geschwister-Duo

Kirill Troussov (Violine) und Alexandra Troussova (Flügel) gastierten in der Rheinberger Stadthalle. Die Musikalische Gesellschaft Rheinberg hatte die beiden Künstler engagiert.

Schon ihr Erstauftritt in Rheinberg 2017 geriet zum Musikereignis der damaligen Konzertsaison. Jetzt am Sonntag, nach viereinhalb Jahren, gastierte das musikalische Geschwisterpaar von Weltrang erneut in der Stadthalle und begeisterte ebenso wieder sein Publikum. Die Rede ist vom zweiten Saison-Konzert in dieser Spielzeit der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg mit dem Geschwister-Duo Kirill Troussov und Alexandra Troussova. Von „zwei meisterhaften Solisten“ und „zwei herausragenden Komponisten“ sprach Arnim Bartetzky als Veranstalter. Und damals wie heute hatten der Geiger und seine Pianistin zwei Sonaten für Violine und Klavier von Ludwig van Beethoven und César Franck im Gepäck.

Beethoven war diesmal mit der sogenannten Kreutzer-Sonate vertreten, Franck mit seiner A-Dur-Sonate. Beide Stücke entwickelten in der Musizierkunst dieses außergewöhnlichen Ensembles eine emotionale Atmosphäre, die wahrlich ihresgleichen sucht. Es sind wohl die genhaften Verbindungen zwischen dem jüngeren Bruder und seiner älteren Schwester sowie die ungeheure musikalische Präzision und Perfektion ihres gemeinsamen Spiels, die diesen hochgradigen Kunstgenuss beim Publikum erzeugte.

  • Kirill Troussov und Alexandra Troussova⇥Foto: Marco
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Beethovens Sonate Nr. 9 A-Dur op. 47 entstand 1802 und ist gemeinhin als Kreutzer-Sonate bekannt. In der Uraufführung saß Beethoven selbst am Klavier. Das knapp 40-minütige Werk ist charakterisiert durch große Klangfülle und besondere Virtuosität, durch überraschende Modulationen sowie weite melodische Bögen und abwechslungsreiche Sätze. Der erste Satz beginnt mit einer langsamen Einleitung, die der Violinist zunächst alleine bestreitet. Troussov verspielte das Grundmotiv des Adagios mit wundersamen Ton-Höhen und -Tiefen. Der Mittelsatz dagegen besteht aus einem F-Dur-Thema, in dem Klavier- und Violinklang zu immer neuen pastoralen Mischungen verschmelzen. Besonders hier lief das phänomenale Zusammenspiel der Geschwister zur Höchstform auf. Das Finale wiederum bezieht seine dynamische Kraft aus einem Tarantella-Rhythmus, der aus einer engen kontrapunktischen Verflechtung der beiden Instrumente stammt.

Nach der Pause stand dann Francks Sonate A-Dur auf dem Programm. Die 1886 komponierte Sonate folge der Idee eines Motto-Themas, das sich zyklisch durch alle vier Sätze zieht, heißt es dazu im Programmheft. Diese findet sich in Gedanken wieder, „die sich aus Klangwellen erhebt“. Dieser wellenartige Klang wiederum kommt auf dem Klavier aufwühlend bis feinläufig, auf der Violine dagegen samtig und mit dem Lebensgefühl eines „Fin de siècle“ daher. Am Schluss gab es Riesenapplaus vom Publikum und eine Zugabe vom Duo mit Tschaikowskys „Valse-Scherzo“.

Das nächste Konzert der Musikalischen Gesellschaft ist am Sonntag, 7. November, mit den Cellisten Joel Bildo und Konstantin Bruns als Duo Cellissimo mit Werken von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Jacques Offenbach.

(O.R.)