Rheinberg: Verein zur Erhaltung der St.-Anna-.Kapelle plant Auflösung

Entscheidung fällt am 16. Mai : Verein für St.-Anna-Kapelle plant seine Auflösung

Als Grund wird das geringe Engagement der Mitglieder angeführt. Entscheidung fällt bei der Hauptversammlung am 16. Mai.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins zum Erhalt der St.-Anna-Kapelle am Donnerstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr in der St.-Anna-Kapelle auf dem Friedhof Annaberg soll die Auflösung des Vereins beschlossen werden. Unter dem Tagesordnungspunkt sechs soll eine Mitgliederentscheidung herbeigeführt werden. Sollte es dabei einen Mitgliederentscheid über den Wunsch einer Weiterführung der Vereinsaktivitäten mit einem neuen Vorstand geben, so werde dies möglich gemacht, teilte der Vorstand am Donnerstag mit.

Im Bericht des Vorstandes wird es um die bisher erreichten Ziele gehen. Eine entsprechende Chronik mit den Einzelheiten wird den Mitgliedern der Versammlung zur Anschauung vorgelegt.  Diese Chronik ist eine Zusammenfassung der bisher erreichten Ziele, vor dem Hintergrund der geplanten Auflösung des Vereines. Der Vorstand wünsche sich dazu eine rege Diskussion. „Für den Erhalt der Kapelle lohnt es sich, die eine oder andere Freizeitstunde zu opfern“, heißt es. „Unsere Friedhofskapelle war und ist ein Kleinod, das Geschichte geschrieben hat.“

Erwähnt im Jahre 1555 hat der Kapellenbau alles erlebt, auch seine eigene Vernichtung und den im Jahre 1744 erfolgten Wiederaufbau. Es war das Kapellenumfeld, das dem Annaberger Wahrzeichen eine bedeutende Funktion in Rheinberg zuschrieb. Im gesamten heutigen Rheinberger Stadtgebiet existiere kein Bau, der mehr „gesehen und erlebt“ habe als die Kapelle.

Der Verein hatte sich 2008 gegründet. In dieser kurzen Zeitspanne wurde viel erreicht. Die Gründungsmitglieder sowie die später Hinzugekommenen, seien anfangs sehr stark motiviert gewesen. Die Mitglieder wussten, es gab viel zu tun. Durch das „e.V.“ und die Gemeinnützigkeit habe der Verein andere Möglichkeiten als die Eigentümerin der Kapelle – die Stadt Rheinberg – gehabt. Die Zusammenarbeit des Vorstandes mit der Stadt sei schnell und unbürokratisch gelaufen.

Die anfängliche Euphorie der Vereinsmitglieder habe sich jedoch  wie „Eis in der Sonne“ verhalten. „Bei den Aktivitäten traten nur die Vorstandsmitglieder in Erscheinung, aktive Mitglieder – Fehlanzeige. Ausnahmen bestätigen die Regel“, wurde mitgeteilt. Bei den vergangenen Jahreshauptversammlungen hätten die nicht anwesenden Mitglieder „die komplette Lustlosigkeit offenbart“.

Strom für die Beleuchtung und die Heizung, elektrische Fernbedienung der Glocke, daneben die Beleuchtung des Kapellenaufganges, ein sicherer Aufweg, die Sicherung der Grotte, die Sicherung der „liegenden Jesus Figur“, das alles sei nur ein geringer Teil der Vorstandsaktivitäten gewesen. Der Vorstand: „Mit aktiven Mitgliedern hätte man mehr erreichen können.“

„Kulturelle“ Darbietungen gehörten fest zu den Zielen des Vereines. Der Vorstand: „Wir haben darunter musikalische Darbietungen sowie Autoren-Lesungen verstanden, diese hatten sich dann sehr schnell als ein Erfolgsmodell herausgestellt. Aber da gab es einen Haken: ,kulturelle Darbietungen’ und ,kultische Handlungen’. Zwei Punkte, zu denen, außerhalb des Vereines, unterschiedliche Ansichten vertreten worden sind. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme unserer Mitglieder zu der anstehenden Jahreshauptversammlung.“

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